Zu Beginn eines jeden Einkaufs, sei es die Kleidung, die unbedingt gekauft werden muss, weil nichts, absolut NICHTS mehr im Kleiderschrank ist oder aber der Hunger, der einen in die Läden treibt, steht die Entscheidung in welchem Laden geshoppt werden soll. Reicht die Motivation aus um einen Ausflug in eine größere Stadt zu unternehmen oder aber nur für den kleinen Laden die Straße hinunter. Nach eigenem Ermessen müssen wir uns über kurz oder lang entscheiden, doch dieser Vorgang dauert bei mir für gewöhnlich eine Weile, ist es doch so gemütlich auf der Heizung zu sitzen und nichts zu tun, den Tag einfach zu genießen und das Erlebte Revue passieren zu lassen. Doch eigentlich wäre es auch schön, ein neues Kleidungsstück in den Händen zu halten, das Stück noch einmal anzuprobieren, es zu bewundern und zu überlegen, wie es am Besten kombiniert wird. Oder aber leckere Süßigkeiten beim abendlichen Fernsehprogramm zu essen. Über kurz oder lang komme ich nicht drum rum, ich muss eine Entscheidung treffen.

24. Februar 2010 | Gedanken | Kommentare: (0)

Angelehnt an den letzten Beitrag, geht es mit einer scheinbar antiquierten Methode der Kommunikation weiter.

Briefe sind eigentlich etwas tolles. Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen Brief erhalte. Ein langer ausführlicher Brief wird nicht nur einmal gelesen. Als erstes überfliegt man ihn. Dann legt man sich ihn auf den Schreibtisch um ihn in Ruhe später genau zu studieren. Man heftet ihn ab und holt ihn bei der Beantwortung wieder hervor. Je nach Inhalt kann man einen Brief auch nach Wochen noch ein drittes oder viertes Mal lesen.
Ein Brief ist sehr viel ausführlicher und persönlicher als eine E-Mail oder ein Anruf. Man reflektiert die letzten Tagen und Wochen. Die Gedanken macht man sich vorher und schreibt sie dann erst nieder. Bei der Formulierung gibt man sich größte Mühe den zu beschreibenden Gedanken ausführlich auszuschmücken. Auf einen Brief antwortet man auch nicht sofort, nicht mal eben zwischen Tür und Angel. Man nimmt sich Zeit und steckt doch viel Mühe hinein.
Ein Brief ist rundum etwas tolles.

19. Januar 2010 | Gedanken | Kommentare: (5)

Einfach einmal etwas schreiben, was belanglos, was vielleicht nutzlos, was nicht mitteilenswert ist. – Wer kennt nicht die Situation, das weiße Papier anzustarren und überhaupt keine Idee zu haben. Schüler erschrecken davor in einer Testaufgabe, Außendienstmitarbeiter finden keine zündende Idee für den Vierteljahresbericht, der Kreativarbeiter trinkt ein Wässerchen in der geistigen Dürre, der Zeitungsschreiber möchte an seinem Kommentar feilen, von dem noch kein Wort geschrieben ist.
Und dann rücken die Zeiger auf der Uhr weiter, in der Nachbarschaft wird schon fleißig etwas zu Papier gebracht, das letzte Wasser ist ausgetrunken, der Abgabetermin kommt immer näher. Die Gedankenleere erzeugt wortlose Nervosität, die sich individuell bis zur Panik steigert oder in stumpfe Starre umschlägt.
Manchmal ist der einzige Ausweg, die Finger auf die Tastatur zu legen und sie einfach ein paar Buchstaben schreiben zu lassen. Oft produzieren sie dann etwas völlig ohne Belang. Und das sieht jeder Leser den Schülerklausuren, den Außendienstberichten, den Werbesprüchen, Zeitungen und Internetbeiträgen — oft gar nicht an.

4. Januar 2010 | Gedanken | Kommentare: (1)

Und dann fragte ich mich: „Wie haben wir das bloß früher geschafft?“. Ein Filmabend mit der Generation 50+.
Zwei grandiose Kritiken der FAZ können doch nicht lügen. So könnte, muss man denken, wenn es sich um einen deutschen Krimi handelt. Also nimmt man dieses Filmhighlight zum Anlaß, der älteren Generation einen Besuch abzustatten.
Der Abend wird vorbereitet: Chips stehen bereit, das Bier ist kühl, der Hocker zum „Füße-drauf-legen“ ist platziert und ganz wichtig: Das Tuch über der Armlehne vom 10.000€ teuren Sofa ist bereit gelegt. Tacker, Tacker, Tacker. Auch die Stehlampe fabriziert nun das rechte Licht.
Der Film kann starten. Das Zimmer ist dunkel, der Kamin knistert.

29. Dezember 2009 | Gedanken | Kommentare: (1)

Nachdem ich endlich fertig gebracht hatte das Pflichtprogramm zu absolvieren und Papa und Mama sagen konnte, wurde es Zeit sich den wichtigen Dingen des Lebens zuzuwenden. In meinem reichhaltigen Wortschatz war das Wort Bobob wohl das dritte erlernte. Ganz richtig ausgesprochen war es nicht, aber ich wusste, dass meine Eltern mich verstehen würden. Als gewitztes Kerlchen hatte ich es schnell raus, dass man danach süße Leckereien in den Mund gestopft bekam.
Als jüngstes Mitglied in der Familie hat man es etwas leichter seinen Willen zu bekommen. Und dieser bestand nun einmal aus Süßigkeiten.
Vor der Grundschule übernahmen meine Eltern die Grundversorgung.
Zur Fastenzeit erhielt man ein großes Marmeladenglas, wo man seine Bonbons aufbewahren sollte. Dieses füllte sich leider bei mir nicht so beständig, wie bei meinen Geschwistern.

Als endlich die Grundschulzeit kam und damit das erste Taschengeld, konnte ich selbst für den Bedarf sorgen. Erstes Schuljahr, also eine D-Mark. Unweit unserer Schule war ein kleiner Eckladen. Der Laden der Bonbonfrau.

4. Oktober 2009 | Gedanken | Kommentare: (1)

Zwischen Februar und August war das Internet ein Ort an dem ich mich selten aufgehalten habe.
Meine Lesezeichen haben sich auf fünf Seiten reduziert. Dazu lese ich unregelmäßig ein paar interessante Onlineartikel auf Nachrichtenportalen.
Während des Semesters habe ich das bekannteste Schnatterprogramm nur an, wenn ich mit meiner Zeit gar nicht mehr ein oder aus weiß.
Tageszeitungen lese ich in der Druckausgabe. Gefiltert sind die Nachrichten doch angenehmer zu lesen und bei drei verschiedenen Zeitungen kommen auch da Unmengen von Artikeln zusammen. Die Mühe stundenlang im Internet zu surfen um an fünf lesenswerte Artikel zu geraten, mache ich mir schon gar nicht mehr. Der Feedreader ist schon seit Monaten deinstalliert.
Nun, in den Semesterferien, habe ich mir mal wieder das sagenumwobene Web 2.0 angeschaut. Es hat sich nichts geändert.
Twitter ist zu einer ganz großen Sache geworden. Bloggen ist out. 140 Zeichen sind ja einfacher auszuspucken als einen gedankenvollen Text.
Die Top-Blogs schreiben immer noch denselben Blödsinn über Roboter, Zombies, Apple-Zeugs oder irgendwelche halbwahren Privatmeinungen zu Dingen, die die Welt nicht interessiert.
Man erkennt keinen Fortschritt mehr in dem fortschrittlichen Web.
Die Generation-@ lebt online, teilt alle Interessen, Lesezeichen, Filme und Musik mit anderen Benutzern, die keine anderen Hobbies haben. Aber es scheint zu stagnieren.

Ich weiß gar nicht, was man stundenlang machen soll. Was tut man im Internet?
Es kann doch keiner Menschenseele ausreichen, wenn man sechs Stunden Blogs liest, auf Facebook verfolgt was die flüchtigen Bekanntschaften machen oder sich dem Chatten ganz und gar hinzugeben.

Bin ich irgendwo in einem kleinen Dorf des Internets gelandet, das nur 10 Einwohner hat? Wo sind die Großstädte?

Blogs sind meist vollgestopft mit Videos von Youtube. Aber die Aktivität hat auf vielen Blogs abgenommen. Es scheinen sich wohl alle bei Twitter zu trollen.
Aber zwanzig Stunden pro Tag zu schreiben, daß mir langweilig ist, kann doch auch nicht die Erfüllung sein.

Also wozu noch Internet?

3. August 2009 | Gedanken | Kommentare: (3)

In der Zeit des Wirrwarrs fragt sich jeder Gläubige, welche Überzeugung er hat. Die Palette an katholischen Glaubensvorstellungen reicht von ultrakonservativ bis linksliberal, von orthodox bis arianisch. Da wird es schwer seinen, eigenen Standpunkt herauszufinden.

Mit einem kleinen Test kann jeder seinen Glaubensstandpunkt leicht überprüfen. Lesen Sie die folgenden Glaubenssätze durch. Prüfen Sie spontan, ob Sie zustimmen können oder nicht.

1. Jede Einwirkung von Gott auf die Menschen und auf die Welt ist zu leugnen.
2. Die Macht der menschlichen Vernunft setzt alle anderen Mächte, sofern sie wirken, außer Kraft. Die Vernunft ist die einzige Richterin über Wahrheit und Falsches, über Gut und Böse.
3. Durch diese Macht steht es jedem Menschen frei, jegliche Religion anzunehmen, die er für wahr hält, um so das Heil zu erlangen.
4. Durch jede Religion kann der Mensch ewiges Heiles finden und die ewige Seligkeit erlangen.
5. Zwischen dem Protestantismus und Katholizismus besteht kein Unterschied, weil sie beide christliche Wahrheiten sind und Gott gefallen.
6. Die katholische Religion darf nicht als einzige Staatsreligion gelten, das ist in unserer modernen Zeit bewiesen.
7. Der Papst muß sich mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und der heutigen Zivilisation versöhnen und vereinigen.

Für jeden bejahten Satz geben Sie sich nun ein Punkt. Die Auswertung folgt sogleich.

20. Februar 2009 | Gedanken | Kommentare: (0)

Wenn man als Schüler oder Student seinen Glauben nicht nur erfahren, sondern wirklich fundiertes Wissen besitzen möchte, kommt man ganz schön ins Staunen, was den Lehrern und Professoren so einfällt, wenn sie von der Lehre der einzig wahren römisch-katholischen Kirche sprechen.

Ein Szenario:

Aufgewachsen mit einem großen Glauben an den lieben guten Gott, den alten Mann, mit langem weißen Bart, der einen in der Nacht beschützt und jederzeit auf das Kind aufpasst, wird das I-Männchen nun in die Grundschule gesetzt.
Dort erfährt es von verschiedenen Gleichnissen, die der Sohn Gottes erzählt hat. Es darf verschiedene Gottesbilder malen und wird schrittweise an einen Glauben herangeführt, der sich von der Kindesvorstellung unterscheidet.

So erfährt das Kind im Kommunionsunterricht, dass auch die Reue und die Buße, Nächstenliebe und Gebote zum Glauben gehören. All das wirkt in dem Kind. Es kommt allmählich in ein Alter, in dem es selbst über den Glauben nachdenkt, liest und Fragen stellt.

19. Februar 2009 | Gedanken | Kommentare: (0)

Pfannkuchenhaus

Macht. Ruhm. Geld. Viel Geld. Noch mehr Geld. Frauen. Autos. Diese Liste könnte unaufhaltsam eine Seite so weitergehen und bald schon die Liste eines findigen Geschäftsmannes sein, die er seinem verarmten Studienkollegen vorlegen kann. Er muss nur den folgenden, extrem gut durchdachten und jahrelang ausgearbeiteten Geschäftsplan studieren und natürlich auch ausführen.
Da ich herzensguter Mensch mit meinen journalistischen Tätigkeiten und dem Studium zeitlich unglaublich eingespannt bin, veröffentliche ich nun meinen Masterplan (englische Begriffe machen hier immer einiges her), damit ein Anderer sich freuen kann.
Er sollte primär Liebhaber von Pfannkuchen sein. Denn um diese dreht sich alles. Sofern er diesen entscheidenden Punkt erfüllt, kann nichts mehr schief gehen.

Bei dem Pfannkuchenhaus, der Name darf natürlich individuell angepasst werden, handelt es sich um eine Kette. Ketten funktionieren. Es ist erstaunlich, dass es außer den langweiligen Kaffeehausketten und Fresstempel keine richtige Restaurantketten gibt, die leckeres Essen in gemütlicher Atmosphäre bieten.

16. Februar 2009 | Gedanken | Kommentare: (1)

Wenn noch die Rede von den Religionen ist und nicht nur eine ablehnende Haltung vorliegt, wird besonders in den letzten Jahrzehnten vom „interreligiösen Dialog“ gesprochen.

Was bedeutet dies?

„Inter“ ist Latein und bedeutet soviel wie „zwischen“. „Religiöser“, weil es sich um zwei verschiedene Religionen handelt. Der „Dialog“ bedeutet also einfach, daß zwei verschiedene Religionen zwischen / miteinander sprechen. Mehr erst einmal nicht.
Seit dem II. Vaticanum ist die Kirche von ihrem allumfassenden Absolutheitsanspruch gewichen und hat gesagt, daß jede Religion ein Fünkchen Wahrheit besäße. So war der Weg für ein religiöses Gespräch, das vorher natürlich auch stattfand, geebnet.
Wenn der Buddhismus, Hinduismus oder Protestantismus eine gewissen Wahrheit inne- hatte, sollten sie ihn auch kundtun dürfen, so die nachkonziliare Konzilsgeistmeinung
Leider ist der interreligiöse Dialog durch liberale Religionslehrer, Priester und andere Menschen der Kirche zu dem Schlachtruf geworden, an dem sie so sehr hängen, daß sie ihre eigenen Wurzeln verkommen lassen. Einheit in der Vielfalt, so heißt die daraus entstandene Prämisse.
Schulkinder werden schon in der Unterprima mit protestantischem, fernöstlichem oder orthodoxen Gedanken konfrontiert.

30. Januar 2009 | Gedanken | Kommentare: (0)