Wenn man als Schüler oder Student seinen Glauben nicht nur erfahren, sondern wirklich fundiertes Wissen besitzen möchte, kommt man ganz schön ins Staunen, was den Lehrern und Professoren so einfällt, wenn sie von der Lehre der einzig wahren römisch-katholischen Kirche sprechen.
Ein Szenario:
Aufgewachsen mit einem großen Glauben an den lieben guten Gott, den alten Mann, mit langem weißen Bart, der einen in der Nacht beschützt und jederzeit auf das Kind aufpasst, wird das I-Männchen nun in die Grundschule gesetzt.
Dort erfährt es von verschiedenen Gleichnissen, die der Sohn Gottes erzählt hat. Es darf verschiedene Gottesbilder malen und wird schrittweise an einen Glauben herangeführt, der sich von der Kindesvorstellung unterscheidet.
So erfährt das Kind im Kommunionsunterricht, dass auch die Reue und die Buße, Nächstenliebe und Gebote zum Glauben gehören. All das wirkt in dem Kind. Es kommt allmählich in ein Alter, in dem es selbst über den Glauben nachdenkt, liest und Fragen stellt.
Pastoralreferentinnen versuchen dann, den Glauben bei der Firmung zu festigen. Dies wollen sie möglichst anschaulich machen. Also wird in ein Asylantenheim gegangen, um dort festzustellen… …ja, was lernt denn der Firmling aus solchen Besuchen? Die Firmung ist ein Sakrament. Es drückt aus, dass der Getaufte vollkommen in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wird. Er hat die Pflicht das Wort Christi zu verbreiten und zu verteidigen. Doch dies wird dem Kind vorenthalten. Verteidigen? Das steht dem im Fach der Häretigion ausgebildeten Lehrkörper fern. So wird gemeinsames Nudelkochen zur Hauptaufgabe des Firmunterrichts.
Der irritierte Jugendliche wendet sich also verzweifelt an den Lehrer für Religion. Die heilige Inquisition klingt für ihn spannend. Autodafés. So etwas will der gut katholische Jugendliche mal sehen, wenigstens davon hören. Aber alles, was er zu hören bekommt, sind Verneinungen: „Nein, im Mittelalter war alles schlecht. Dort hat die Kirche alles überspannt und nur Unsinn betrieben.” Von der philosophisch-theologischen Hochzeit erfährt der Junge nichts. Augustinus und Thomas von Auqin sind veraltet.
So bekommt er im Grundkurs Religion in der Obertstufe auf die Frage nach der Aktualität von dem Kirchenvater und Meister der Scholastik nur die ernüchternde Antwort zu hören: „Du bist wohl immer noch unaufgeklärt. Der heilige Karl Rahner hat seit dem Konzil diese altmodische Denkmethode abgelehnt und in seinem Grundkurs des Glaubens die Theologie dogmatisch neu definiert.”
Auch der Überzeugungsversuch über Lektüre scheitert. Im Giftschrank der neukatholischen Schule hatte er den Weltkatechismus entdeckt. Mit seiner Hilfe wollte er die Hölle und das Fegefeuer beweisen. Doch entlarvt die Lehrkraft das Buch schnell als gefährliche Fälschung: „Der alte Katechismus ist grün und sein Gebrauch ist durch den Geist des Konzils streng verboten”.
In der Dogmatik lernen die Jungen und Mädchen, dass das einzige Dogma der neuen Zeit lauten würde: „Die Hölle ist leer und die Kirche kommt von ganz weit unten.”
Verstört gehen die Oberstufler heim. Sie lesen und vergleichen.
Ein anderer Schüler versucht es zum Thema „Zukunft”. Er bringt den „Gottesstaat” von Augustinus mit und liest darin, während die Häretigionslehrerin Thesen des für sie einzig geltenden Konzils von 1960 vertritt. Sie ertappt ihn und er bekommt eine Strafarbeit für vorkonziliares Denken. Er muss einen 20seitigen Aufsatz von J.B. Metz über „Das Heil auf Erden – jetzt und schnell” auswendig lernen und dann aus dem Kopf aufschreiben. Das Schriftstück wurde an die lateinamerikanische Bischofskonferenz als europäische Missionsnachhilfe geschickt.
Obwohl ein Schüler laut Lehrer schon alles gelernt hat, wagt er sich dennoch an dem Studium der Theologie. Voller Freude, dass nun alles besser wird, geht er zu den Veranstaltungen. Doch auch hier bietet sich das gleiche Bild. Die Professoren sind Schüler von dem in der Schule gepriesenen J.B. Metz. Dozenten versuchen auf jedem Wege die vielen Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Religionen klar zu machen.
Auch in den Gottesdiensten zeigt sich dem Studenten kein anderes Bild. Katholische Priester und protestantische Laien stehen gemeinsam am Altar und zelebrieren. „Ob das noch ein Gottesdienst ist?”, fragt er seinen Priester später vorsichtig. Die Antwort: „Selbstverständlich. Oh, lieber junger Mensch. Du hast noch viel über den Geist des Konzils zu lernen.”
Der Geist des Konzils. Der Student hört doch Kirchengeschichte. Er fragt sich, welches Konzil denn immer so gepriesen wird. Das von Nicäa, Konstantinopel, Trient oder doch das I. Vatikanische Konzil?
Die Verzweiflung gipfelt bei ihm in der Aufgabe. Er hat genug gehört. „Sie haben doch gesagt, dass die Hölle leer sei. Sie sagten weiter, dass jeder gerettet wird und in den Himmel kommt. Jeder wird das Heil Gottes erfahren.” Der letzte Schluss: „Egal, was ich mache. Ich bin erlöst. Also möchte ich nun das Paradies auf Erden”.
Später auf einem Klassentreffen erzählt er seine Geschichte seiner alten Religionslehrerin. Freudig stellt sie fest: „Bravo. Also haben wir dich doch von der neuen VII-Kirche überzeugt.” Sie wuschelt ihm durchs Haar und geht weg mit den Worten: „Am Anfang dachte ich, du seist uraltkatholisch.”






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