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Allen Lesern wünsche ich dieses Wochenende ein frohes Osterfest!

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21. April 2011 | Allgemein | Kommentare: (0)

Bilder von einem Berg klingt völlig unspektakulär, sieht aber wundervoll aus.

The Mountain from Terje Sorgjerd on Vimeo.

Auch das Polarlicht war schon außergewöhnlich.

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19. April 2011 | Benedikt | Kommentare: (0)

Wegen der großen Zahl der Kommentare bin ich gezwungen, einen Filter vorzuschieben, der ähnlich wie andere, aber doch gänzlich anders arbeitet. Hier wird nicht gefragt, was 1 und 1 ergibt. Hier interessieren wir uns nicht, ob die Sehkraft zum Entziffern von einigen Buchstaben noch ausreicht. Nein, wir haben den Filter strikt personalisiert.

Anweisung: Lesen Sie den folgenden Text (ggf. mehrfach). Fassen Sie den Inhalt zusammen. Kürzen Sie die Zusammenfassung auf einen Satz. Fassen Sie den Satz zu einem Wort zusammen. Senden Sie das Wort unter Ausnutzung der Kommentarfunktion an diesen Blog. Vergessen Sie Ihren Namen nicht. Das System prüft Ihren Kommentarentwurf gründlich. Sehr gründliche Prüfungen dauern oft sehr lange. Ggf. erhalten Sie nicht sofort eine Systemantwort. Wenn Sie Glück haben, akzeptiert das System Ihre Antwort. Dann erhalten Sie automatisch die Möglichkeit zu einem zweiten Kommentar. Viel Glück! Andernfalls werden Sie automatisch gelöscht.

„Die Ironie ist nur als pädagogisches Mittel am Platze, von seiten eines Lehrers im Verkehr mit Schülern irgend welcher Art: ihr Zweck ist Demütigung, Beschämung, aber von jener heilsamen Art, welche gute Vorsätze erwachen läßt und dem, welcher uns so behandelte, Verehrung, Dankbarkeit als einem Arzte entgegenbringen heißt. Der Ironische stellt sich unwissend und zwar so gut, daß die sich mit ihm unterredenden Schüler, getäuscht sind und in ihrem guten Glauben an ihr eigenes Besserwissen dreist werden und sich Blößen aller Art geben; sie verlieren die Behutsamkeit und zeigen sich, wie sie sind, — bis in einem Augenblick die Leuchte, die sie dem Lehrer in’s Gesicht hielten, ihre Strahlen sehr demütigend auf sie selbst zurückfallen läßt. — Wo ein solches Verhältnis, wie zwischen Lehrer und Schüler, nicht stattfindet, ist sie eine Unart, ein gemeiner Affekt. Alle ironischen Schriftsteller rechnen auf die alberne Gattung von Menschen, welche sich gerne allen anderen mit dem Autor zusammen überlegen fühlen wollen, als welchen sie für das Mundstück ihrer Anmaßung ansehen.“ (Friedrich Nietzsche in Menschliches, Allzumenschliches)

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14. April 2011 | Allgemein | Kommentare: (0)

Obszön ist etwas Ekelhaftes, etwas Schmutziges, Häßliches, Anstößiges. Etwas, was (dem Wortsinn nach) dem Essen zuwider ist, der wohligen Nahrungsaufnahme entgegengesetzt ist, was nicht aufnahmefähig ist, was, kurz gesagt, zum Kotzen ist. Um nun wirklich obszön zu sein, nicht nur widerlich, muß nicht nur Ekel ausgelöst worden sein. Was obszön ist, muß nicht nur als schamverletzend empfunden werden. Obszön bedeutet, daß gegen eine Wertordnung verstoßen wurde, daß anerkannte Wertvorstellungen verletzt worden sind, daß Kultur konstituierende Werte eines Sozialsystems nicht akzeptiert worden sind.
Während in Japan jedes Toilettengeräusch als obszön gilt und deshalb durch laute Spülgeräusche zu überdecken ist, sind im Westen die Vorstellungen über Obszönes im freien Fluß. Hier gähnt man in aller Öffentlichkeit, bohrt in der Nase, führt die Ganzkörpertätowierung im Freibad vor, rülpst man nach einem Schluck Sprudelwasser quer durch das Cafe, übergießt man seinen nackten Körper mit Schlachtblut in einer Galerie, kopuliert man auf der Stadttheaterbühne und im Englischen Garten, telefoniert man lauthals mit einem mobilen Fernsprecher während des Films „Die große Stille“, fährt man als Sextourist nach Fernost.
Vielleicht sollten wir uns darüber verständigen, was wir für obszön halten. Oder halten wir gar nichts mehr für zum Kotzen? Löst nichts mehr ein Ekelempfinden aus? Dann kann auch niemand mehr einen Tabubruch begehen. Dann kann niemand das Empfinden der anderen verletzen. Wären wir tatsächlich in einer Epoche angekommen, in der nichts obszön ist?

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13. April 2011 | Allgemein | Kommentare: (0)

Die Symptome kennt jeder: Morgen läßt sich die Arbeit besser als heute erledigen. Aus dem nächsten Tag wird ein übernächster Tag. Gute Vorsätze, eine Aufgabe zu erledigen, werden fröhlich gefaßt und schnell vergessen. Die unerledigten Dinge wachsen einem über den Kopf. Am Abend stellt sich das Gefühl ein, nichts von den vorgenommenen Aufgaben erledigt zu haben. Das anfangs noch laute schlechte Gewissen verstummt immer mehr. Es bleibt ein nagendes Gefühl. Sogar wenn noch mehr Streß zu erwarten ist, wird die Aufgabe aufgeschoben. Unlust und Angst stellen sich ein. Negative Gefühle verhindern das Inangriffnehmen der Aufgaben. Ein Teufelskreis ist entstanden, aus dem kaum aus eigener Kraft ausgebrochen werden kann. Peter Ustinov gibt eine treffsichere Definition: „Die Menschen, die etwas von heute auf morgen verschieben, sind dieselben, die es bereits von gestern auf heute verschoben haben.”
Für die Ursachen des Aufschiebeverhaltens, der Prokrastination, lassen sich falsche Prioritätensetzungen der betroffenen Personen nennen wie auch schlechtes Zeitmanagement, Selbstüberschätzung wie Selbstzweifel, Motivationsmangel wie Versagensängste. Wir können auch neurotische Ängste vor dem Versagen erkennen. Die Angst, daß das eigene Wohlbefinden durch die Aufgabenerledigung gestört wird, könnte Kennzeichen einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung sein.
Ich würde die Prokrastination eine prätraumatische Belastungsstörung nennen, die im Unterschied zur posttraumatischen Störung die Reaktion auf antizipierte mögliche Folgen einer unterlassenen Handlung darstellt. Für den Betroffenen ist es dabei wenig hilfreich, sich über die Konsequenzen seines Verhaltens Gedanken zu machen, da diese Überlegungen ihn nicht entlasten, sondern im Gegenteil weiter belasten. Hier ist ebenso wie bei einer Depression fachliche Hilfe dringend notwendig.

Oder handelt es bei der Prokrastination um die Kunst des Aufschiebens und Verschleppens, die Volkssport geworden ist? Studien zeigen, daß das Verhalten unter Studenten chronifiziert und zum Studienabbruch führt. Blogger berichten offen, von Prokrastination geplagt zu werden. In den letzten Jahren gibt es vermehrt Literatur (auch wohlmeinende Selbsthilfebücher zur Selbstdisziplin) und Forschungen. Also vielleicht nicht nur eine harmlose Charaktereigenschaft, sondern eine moderne Volkskrankheit?

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12. April 2011 | Allgemein | Kommentare: (0)

Welcher Blogger kennt das nicht: Angst. In der letzten Zeit mehren sich bei mir Anfragen, was gegen die beunruhigende Angst des Bloggers und der Bloggerin getan werden kann. Die Angst tritt häufig auf, aber sie ist unspezifisch, richtet sich auf alles und nichts. An den meisten Tagen wird geäußert, daß Angst auftritt, nichts für das Blog geschrieben zu haben. Mehrmals wöchentlich tritt die Angst auf, keine Leser zu haben. Monatelang hält sich die Angst, keine Resonanz auf geschriebene Beiträge erhalten zu haben. Befürchtungen treten auf, generell im Leben zu versagen, sich zu verzetteln, Unnützes oder Lächerliches zu betreiben, einsam zu sein, keine Freunde zu haben oder Freunde zu verlieren. Körperliche Unruhe tritt auf, motorische Spannungen zeigen sich, Kopfschmerzen stellen sich ein. Das eigene Leben wird als angespannt empfunden. Entspannung wird nicht gefunden. Sorgen über künftiges Bloggerglück verstärken sich. Die Nervosität läßt sich nicht vertreiben und führt zu ständigen Konzentrationsstörungen. Alles und jedes hängt einem zum Halse heraus, eine Übererregbarkeit läßt auf jeden Außenreiz eine Reaktion folgen, die aber gleichzeitig mit dumpfer Benommenheit gekoppelt ist. Es kommt zum Schwitzen der Hände und des ganzen Körpers. Herzsausen wird gelegentlich zum Herzjagen, Herzklopfen führt zur Beschwerden in der gesamten Brust. Eine Panik wird nahe gefühlt. Atembeschwerden und Magenprobleme, Schmerzen im Oberbauch und Übelkeit, Schluckbeschwerden und Schwindel wechseln miteinander ab.
Ständige Furcht vor einem drohenden Verhängnis, die ständige Reizbarkeit und Angst vor Verlusten, Anfälle von Depression und plötzlichen Panikattacken – all das bündelt sich in einem generellen Angstgefühl: verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren, allein zu sein, abnormal zu sein und zu wirken, verlassen zu sein und keiner Ruhe zu finden. Die ständigen Angstgedanken werden übermächtig, erholsamer Schlaf wird unmöglich, Albträume regieren Nächte und Tage. Die Kontrolle ist entglitten.
Die Blogger leiden an einer generalisierten Angststörung, ihre Angst ist verselbständigt und frei flottierend. Die Störung beginnt meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Chronifizierungen sind nicht selten.
Wichtig ist aber, daß die betroffenen Personen wissen, daß sie nicht an einer bedrohlichen oder tödlichen Krankheit leiden. Sehr oft ist eine Blogpause bereits ein probates Therapeutikum. Während der Pause sollte ausreichend Schlaf gesucht und gefunden werden. Medikamentös sollte auf Humor in anfänglich niedriger Dosis (einschleichend verabreicht) gesetzt werden. Auch können verhaltenstherapeutische Gespräche mit interventionserfahrenen Mitbloggern als hilfreich empfunden werden.

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11. April 2011 | Allgemein | Kommentare: (1)

Danke der Nachfrage, aber es war Wochenende. Mit Sonne.

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11. April 2011 | Allgemein | Kommentare: (0)

Im Cafe sehe ich am übernächsten Tisch zwei Personen in merkwürdigem Gespräch. Eine Person öffnet den Mund, hält dann an mit der Rede, fährt gleichzeitig mit der linken und rechten Hand hoch in Brusthöhe und knickt Ring- und Mittelfinger beider Hände kurz zweifach ein, etwas Raum zwischen den Händen lassend. Dann wird weiter geredet. Die zweite Person wiederholt kurz danach diese merkwürdige Geste. So geht das hin und her. Hände hoch, in die Luft kitzeln, Hände runter. Handelt es sich um eine Gebärdensprache? Lustig sieht es aus, aber unverständlich.
Der Assistent kommt gelaufen, recht blaß im Gesicht. Er sei fertig, läßt er verlauten und reißt beide Hände hoch, knickt die Finger zweimal und läßt die Hände sinken. Ja, das sehe ich ihm direkt an, daß er fertig ist.
Nun will ich es aber wissen und schalte ein Fernsehgerät ein. Amerikanischer Sender. Wieder sehe ich Leute mit dieser merkwürdigen Geste. Es sieht immer so aus, als ob sie zwei Anführungszeichen in die Luft machen. Englische Anführungszeichen natürlich, denn es handelt sich ja um Amerikaner. Sie scheinen etwas in Gänsefüßchen zu setzen, während sie reden. Was meinen sie wohl damit? Wollen sie sagen, daß sie das Gesagte zitieren? Das glaube ich kaum, denn es handelt sich um recht banale Äußerungen, die wohl nicht Zitate sind. Was wird da also gemacht? Mein Umfeld sagt mir, das mache man so, um zu zeigen, daß das Gesagte nicht wörtlich gemeint sei. Bei wörtlich macht das Umfeld auch schon wieder diese Luftgänsefüßchen. Nun fällt bei mir der Groschen: Es handelt sich um einen Ironiemarker, der dem Gesprächspartner signalisiert, daß man es eigentlich gar nicht so meint, wie man es sagt. Sozusagen sind die Luftanführungszeichen das Signal: Unter uns, wir verstehen uns doch, mein ich nicht das, was ich sage, da sind wir uns doch einig, nicht wahr, na klar, du weißt es auch schon.
Was vergeblich für schriftliche Texte verlangt wurde, der Ironiemarker in Form des umgedrehten Fragezeichens oder sonst ein verdrehtes Schriftzeichen, hier ist es für die mündliche Kommunikation gefunden. Ob es hilfreich ist? Nicht eigentlich. Diese Gymnastikübung erinnert etwas an einen Clown. Und sollten wir nicht wenigstens verlangen, daß die Luftzeichen in unterschiedlicher Höhe gemacht werden, wenn nicht Englisch gesprochen wird? Nicht eigentlich. Am besten sollte jeder eigentlich das sagen, was er eigentlich sagen will. Und was er eigentlich nicht sagen will, darüber sollte er eigentlich schweigen.

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Kennen Sie das auch? Diese unbändige Lust auf dämliche Fragen eine falsche Antwort zu geben. 2+2? 5. Präsident der USA? Kennedy. Wie viele Beine hat ein Pferd? 3. Wie komme ich nach Ostia? Schwimmen durch den Tiber. Wann kommt der Osterhase? Weihnachten. Haben Sie Augen? Ich weiß es nicht. Wie heißen Sie? Napoleon.
Genau so stellt sich der Laie das Verhalten einer schwer gestörten Person vor. Dr. Ganser hat das nach ihm benannte Phänomen schon 1887 vorgestellt: Vorbei-Reden, Vorbei-Handeln, Scheinblödsinn, Zweckpsychose. Heute definiert die Weltgesundheitsorganisation das Ganser-Syndrom als eigenständige Krankheit unter den dissoziativen Störungen.
Wer die Symptome simuliert, wer also bewußt und willentlich Dummheit vortäuscht, der weiß, daß er den Fragenden und seine Umgebung täuschen will. Im besten Fall will er ein Lachen produzieren. Dissoziativ heißt das Phänomen, wenn es der bewußten Kontrolle entzogen ist. Klare Ursachen kann man für das echte Ganser-Syndrom nicht benennen. Es gibt die Störung, aber keine sichere Zuordnung. Ob es eigenständiges Krankheitsbild ist, bleibt fraglich.
Gansern wir also bei Gelegenheit weiter.

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6. April 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Ich nehme alles gleich so wörtlich, sagt das Umfeld zu mir. Und was mir merkwürdig erscheint, ist der Umstand, daß das Umfeld um so mehr lacht, je wörtlicher ich etwas nehme.
Viele Schwierigkeiten hatte ich dadurch, daß ich gegangen bin, wenn jemand sagte: “Ach, geh.” Unter grinsendem Gelächter des Sprechers wurde ich dann oft wieder zurückgeholt. Was soll das?
Probleme mit dem Bleiben des Bewußtseins hatte ich an dem Tag, als ich auf die Alkoholwerbung gestoßen bin. Ich war magenmäßig recht umtriebig an dem Tag und griff in der Hoffnung auf Linderung zu einem Magenschnaps. Auf der Flasche stand, man solle immer nur einen trinken, aber einen immer. Sicherlich, dachte ich mir, ist das ein ungewöhnliches Apothekenmaß. So etwas hatte ich auch noch auf keinem anderen Beipackzettel gelesen, aber ich befolgte es, bis die Flasche einen Schluck nach dem anderen Schluck geleert war. Das Bewußtsein entschwand mir, die Schmerzen verlagerten sich vom Bauch in den Kopf und ich wurde von meinem engsten Umfeld höhnisch beschimpft.
Zu meinem Geburtstag habe ich ein Hörbuch erhalten, worüber ich mich auch deswegen besonders freute, weil es mein erstes Hörbuch ist. Robert Sapolsky: Mein Leben als Pavian, 6 CDs. Auf dem Beipack für Hörbücher steht: Ideal beim Autofahren. So bin ich heute 7 Stunden durch die Gegend gefahren und habe gespannt und ideal zugehört. Der Sapolsky ist ein so trockener Streßforscher, daß ich von ihm begeistert bin und die CDs gleich noch einmal angehört habe. 7 Stunden Rückfahrt vergingen wie im Idealflug.
Welche unverschämte Reaktion ich mir morgens und abends beim Zähneputzen durch mein Umfeld einhandele, will ich hier nicht schildern. Aber sagen Sie mal im Vertrauen: Auf der Zahnpastatube steht doch: Auf den Kopf stellen!?

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5. April 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Wer kennt nicht dieses Gefühl, am Rechner vor einem leeren Word-Blatt zu sitzen und ins Weiße zu starren in der Hoffnung auf einen genialen Einfall. Wem ist die Leere im Kopf nicht fremd, wenn es gerade darum geht, innerhalb kürzester Zeit die kreativste Schöpfung aller Zeiten hervorzubringen. Wer hat noch nicht Bekanntschaft mit dem Burnoutsyndrom gemacht, fand sich selbst im Eimer und wollte aus demselben freiwillig nicht wieder herauskrabbeln. Wer schmiß noch nicht mitten im Schaffensprozeß seine Doktorarbeit wegen mangelnder Gedanken in die Ecke.

Wie oft wurde ich in den letzten Tagen gefragt, woher denn nur alle diese Einfälle auf diesem Blog stammen. Wie häufig war die Frage gleich mit der Bitte verbunden, gleich mehrere Blogs von fremden Menschen mit meinen Schriftzeichen zu füllen.

Ich will hier einen Fingerzeig geben, wie jeder Mann und jede Frau selbst schnell Abhilfe gegen die Gedankenleere schaffen kann. Die heute fast vergessene Suche über Suchmaschinen Metager aus Hannover hat ein nützliches Angebot zur kostenlosen Benutzung, nämlich einen Ideengenerator. Wenn man hier zum Beispiel die Stichworte „leerer Kopf“ eingibt, um auf irgendwelche Ideen zu kommen, die man selber nicht hat, erhält man prompt eine Liste mit Stichworten von Kopf bis Supervision, die man alle im Netz suchen lassen kann. Bei der anschließenden Lektüre stellen sich leicht Assoziationen ein, die einem neue Flügel verleihen. Niemand muß ideenlos bleiben. Hier findet auch der geleerteste Kopf eine neue Füllung.

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Ein Bindestrich deutet einen Programmwechsel an.

Verhunzung eines sonst schönen Zitats. – Eine deutsche Komödie mit Hölle im Titel. Das verspricht aus Erfahrung unheimliche Qualität. – Noch eine deutsche Produktion, die aber schon im Titel verrät, die Zukunft verloren zu haben. – Vollkommen uninteressant (hier dürfen mehrere Sender eingesetzt werden)! – 21 ist auch nur die halbe Wahrheit. – Ein dicker Mensch ißt noch mehr. – Noch ein Mann, sogar mit einem Hund. Sieht nach unfaßbarem Spaß aus. – Ein Dinner. Ein perfektes sogar. Das hatte ich schon mal. – Schon gelesen. – Die letzten Dinge? Schaut doch den Film von der Hölle, denn dahin wird es für viele gehen. – Die Dritten zeigen Bauwerke, Ausflugsziele und man darf sich was wünschen. – Und dann ist endlich wieder eine herausragende deutsche Komödie im zweiten Teil zu bestaunen. – Hölle, letzte Dinge und nun brennt sogar die Erde weg. Wahnsinn! – Sport. – Sport. – Und auf den anderen Programmen kommt etwas über Pornographie, Essen oder Häuser.

Begeisterung!

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3. April 2011 | Fernsehen | Kommentare: (0)

Clemens Wilmenrod – wer den Namen noch kennt und dabei an eine Kochschürze mit dem Portraits des Kochs darauf denkt, der hat noch Schwarzweißfernsehen bestaunt oder ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte der Kochshows im Fernsehen. Heutige Fernsehkonsumenten kennen eher die Namen Biolek, Lafer, Kerner; sie bewundern angeblich perfekte Dinner oder lassen ihren Kindern von Tim Mälzer als Sandmännchenersatz den Unterschied zwischen Salz und Zucker oder zwischen verbrannt und feinen Röstaromen erklären.
Wilmenrod hingegen war anders, weil er ein Missionar des Essens in der Nachkriegszeit war. Niemals hätte er von irgendeiner Molekularküche auch nur geträumt. Ihm verdankt Deutschland den Toast Hawaii, der seinen Siegszug auf alle Speisekarten Deutschlands gefunden hat. Dieser Toast war der Höhepunkt des Kulinarischen: modern, erschwinglich, übersichtlich, in jeder Küche herzustellen und doch so gänzlich chic und gar nicht unverschämt teuer.
Und heute? Die Höhepunkte heute: witzige oder pseudowitzige oder angestrengte Kommentare, die dem Zuschauer gute Laune vermitteln sollen. Wenn Laien kochen, ist die Schadenfreude über etwas Mißglücktes riesig. Wenn gar nichts vom Hocker reißt, erzeugt der Zusammenschnitt eine künstliche Spannung unter dem Motto: Wird das Kaffeewasser noch rechtzeitig kochen?
Nun ist das Sandmännchen Tim gerade auch noch als Sprachkobold durch das Abendprogramm gegeistert. Gute Nacht!

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Sie: Wie heißt das Stück, wo am Ende geschossen wird?
Er: Wilhelm Tell
Sie: Nicht auf einen Apfel, auf ein Tier, auf einen Vogel.
Er: Schützenfest in Ostwestfalen?
Sie: Nein, das haben wir doch gesehen.
Er: Abschuß der Krähen in Niedersachsen?
Sie: Nein, viel älter. Aus Rußland. Ein Vogel, eine Ente.
Er: Ente gut, alles gut?
Sie: Nein, eine Taube.
Er: Neues aus dem Wiener Wald? Onkel Wanja?
Sie: Nicht Onkel Wanja, da wird doch geschossen.
Er: Im Kirschgarten?
Sie: Ja doch, von Tschechow.
Er: Die Möwe?
Sie: Ja! Warum sagst Du das denn nicht gleich?

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2. April 2011 | Alltag Benedikt | Kommentare: (1)

Differentialdiagnostisch geht es darum, ob der Patient Symptome einer Infektion mit Clostridium tetani aufweist (infolge Muskelkrampfes, der durch Bakterien hervorgerufen wurde, können sich die Gesichtsmuskel nicht mehr entkrampfen und zeigen ein hämisches Dauergrinsen) oder lacht der Patient zynisch, sardonisch oder sarkastisch.

Sardonisches Lachen könnte wiederum differenziert werden als entweder das grimmige Hohngelächter eines zornigen Patienten über den eigenen Schaden, den eigenen Schmerz oder aber als Wirkung einer bitteren Pflanze (Sardonia) aus Sardinien (schon bei Homer und Vergil erwähnt).

Ist das schon passend für den Patienten Dr. House samt seinen Zimmerkollegen Stromberg und Schmidt? Schmidt bestreitet, daß er vom Zynismus befallen sei; er heiße nicht Augstein. Er lebe auch nicht wie Diogenes in der Tonne und höchstens pflege er eine Form der Zivilisationskritik an seinem Publikum, die genau dieses Publikum ergötze. So behauptet er sich selbst angesichts der scheinbaren Sinnlosigkeit um ihn herum. Strombergs Erfinder könnten Sarkasten sein, denn der beißende Spott, der ihnen für ihre Figur nicht gelingt, könnte eine Reaktion auf eine eigene Verletzung sein, aber wollen sie mit Strombeg tatsächlich jemanden ernsthaft verletzten?

Ist Dr. House Sardonist, dem das Lachen in der Kehle steckenbleibt, während er über Kollegen und Patienten gleichermaßen seinen grimmigen Spott hämisch ausgießt? Weder Kollegen noch Patienten reagieren dauerhaft verstört oder tief verletzt durch ihn. Sind alle dauerhaft deformiert? Gehört die Verletzung aller Werte zum Grinsen der Neuzeit?

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1. April 2011 | Fernsehen | Kommentare: (0)