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Zu Beginn eines jeden Einkaufs, sei es die Kleidung, die unbedingt gekauft werden muss, weil nichts, absolut NICHTS mehr im Kleiderschrank ist oder aber der Hunger, der einen in die Läden treibt, steht die Entscheidung in welchem Laden geshoppt werden soll. Reicht die Motivation aus um einen Ausflug in eine größere Stadt zu unternehmen oder aber nur für den kleinen Laden die Straße hinunter. Nach eigenem Ermessen müssen wir uns über kurz oder lang entscheiden, doch dieser Vorgang dauert bei mir für gewöhnlich eine Weile, ist es doch so gemütlich auf der Heizung zu sitzen und nichts zu tun, den Tag einfach zu genießen und das Erlebte Revue passieren zu lassen. Doch eigentlich wäre es auch schön, ein neues Kleidungsstück in den Händen zu halten, das Stück noch einmal anzuprobieren, es zu bewundern und zu überlegen, wie es am Besten kombiniert wird. Oder aber leckere Süßigkeiten beim abendlichen Fernsehprogramm zu essen. Über kurz oder lang komme ich nicht drum rum, ich muss eine Entscheidung treffen.

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24. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (0)

Einfach einmal etwas schreiben, was belanglos, was vielleicht nutzlos, was nicht mitteilenswert ist. – Wer kennt nicht die Situation, das weiße Papier anzustarren und überhaupt keine Idee zu haben. Schüler erschrecken davor in einer Testaufgabe, Außendienstmitarbeiter finden keine zündende Idee für den Vierteljahresbericht, der Kreativarbeiter trinkt ein Wässerchen in der geistigen Dürre, der Zeitungsschreiber möchte an seinem Kommentar feilen, von dem noch kein Wort geschrieben ist.
Und dann rücken die Zeiger auf der Uhr weiter, in der Nachbarschaft wird schon fleißig etwas zu Papier gebracht, das letzte Wasser ist ausgetrunken, der Abgabetermin kommt immer näher. Die Gedankenleere erzeugt wortlose Nervosität, die sich individuell bis zur Panik steigert oder in stumpfe Starre umschlägt.
Manchmal ist der einzige Ausweg, die Finger auf die Tastatur zu legen und sie einfach ein paar Buchstaben schreiben zu lassen. Oft produzieren sie dann etwas völlig ohne Belang. Und das sieht jeder Leser den Schülerklausuren, den Außendienstberichten, den Werbesprüchen, Zeitungen und Internetbeiträgen — oft gar nicht an.

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24. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (1)

Unterscheiden sich wohl Beiträge vom Schreib- und Denkstil, wenn man sie an anderen Orten und unter anderen Umständen schreibt?
Um dieser Frage nachzugehen wechsele ich einmal das gewohnte Schreibumfeld und begebe mich an einen belebten Platz. Der Campus einer Universität ist der Platz, an dem ich die ersten Worte schreibe.
Old School deshalb, weil ich keinen Schlepprechner auf den Knien habe, sondern einen Collegeblock und in meiner Hand einen Kulli.
Die Umgebung ist klasse. Hinter mir läuft eine kleine Veranstaltung und ringsum herrschen viele Gespräche junger Leute, die sich der Sonne schonungslos aussetzen. Es wird gegessen, gelesen, gearbeitet, gespielt, aber vor allem, und das wunderbar, viel geredet.
Die Gespräche über Marketing, das Essen, Programmierung und ganz triviale Themen lassen mich nachdenken. Ich genieße es für eine Weile alleine zu sein, verschiedene Stimmen zu hören und ein wenig zu dösen. Warum ich zu Stift und Papier gegriffen hab, um auf ein paar Zeilen meine Eindrücke nieder zu schreiben?
Ich weiß es nicht. Vielleicht lag es an einer Diskussion, um die Frage ob ein Notizbuch oder der Laptop besser geeignet ist, die Vorlesung mitzuschreiben.
Oder es lag an einem anderen Gespräch über die Internetkommunikationswege, bei der ich unweigerlich an meinen Blog denken muss.
Sollte ich diesen Beitrag veröffentlichen, wäre es der erste wirklich authentische Blogeintrag, wenn man das Blog als ein virtuelles Tagebuch betrachtet.
Es ist eine schöne Methode zu schreiben. Es gibt ein freieres Gefühl, wenn man die Möglichkeit hat etwas durchzustreichen, Randnotizen irgendwo hinschmieren, oder den Block einfach mal wegzulegen.
Man kann sich umsetzen, aus der Sonne in den Schatten.
All dieses wäre mit dem Laptop nicht möglich. Man kann sich zwar umsetzen, doch ewig blinkt der Mauszeiger auf der surrenden Maschine. Man blickt auf den Bildschirm, ist durch das Internet abgelenkt, oder schreibt den Beitrag einfach nur so runter. Was man löscht bleibt gelöscht und die Gedanken direkt auf dieser Maschine. Auf einem Block sind die Wörter geradezu haptisch wahrnehmbar, so dass man sich in das Geschriebene besser einfühlen kann.
Meine Gedanke und Blicke schweifen durch die Gegend. Wieder eine Möglichkeit, die ich sonst nicht wahrnehme. Normalerweise sitze ich in meinem Zimmer, wo ich nur mal aus dem Fenster blicke und die Bäume betrachte. Doch wende ich mich immer schnell dem Bildschirm wieder zu.
Old School zu schreiben bedeutet für mich Gedanken und Wahrnehmungen aufzuschreiben, ohne den ‚Veröffentlichen’-Button direkt vor mir zu sehen. Die Konzentration ist höher, die Aufmerksamkeit beim Schreiben größer.
Ich werde mich öfter in den Garten, in Parks oder in Cafés begeben, um einen wirklichen Unterschied festzustellen. Mir gefällt es gut.

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15. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (0)

Als ich heute über den Marktplatz schlenderte sagte der Currywurstfachverkäufer, dass heute ein wirklich stressiger Tag sei. Da nur ein Kunde vor seiner kleinen Bude stand wunderte ich mich etwas über diese Aussage, weil Herr Stress gar nicht anwesend war.
Meine Tour ging weiter und ich lies mich in einem Café nieder, um einen Karamellcappuccino zu mir zu nehmen. Am Nachbartisch hatten sich zwei Studentinnen breit gemacht und arbeiteten an ihren Manuskripten. Eigentlich war es sehr ruhig und ich konnte den Sonnenschein in vollen Zügen genießen, bis plötzlich eine von den Beiden rief: “Ach, dieses Studium ist so scheiß stressig und gleich schon wieder so’ne lahme Vorlesung.“ Zunächst wunderte ich mich etwas über die Wortwahl dieses hübschen Menschenkindes, aber gleich kam der Gedanke an den Currywurstbudenfachverkäufer wieder in mir auf. Zwei voneinander unabhängig lebende Menschen in völlig unterschiedlichen Positionen klagten über Stress in ihrem Tun!
Was bedeutet denn Stress, frage ich mich. Wenn einem etwas zu viel wird, klagen die meisten über Stress. Viele Arbeitsaufträge zur gleichen Zeit und der Angestellte klagt unter zu viel Stress bei der Arbeit. Stressig ist auch, wenn man mehrere Termine in seiner Freizeit wahrnehmen muss. Es ist egal, ob man sich diese gestressten Menschen am Vormittag bei der Arbeit oder am Abend ansieht. Sie klagen unter Stress, wenn ihrer Meinung nach nicht mehr alles locker seinen Gang gehen kann. Ist dies nicht der Fall klagen sie dann wiederum über Langeweile und Eintöne im Leben, aber das ist in anderes Thema. Das ist wohl ein Paradoxon, welches unglaubliche viele Menschen befällt, die irgendeiner geregelten Tätigkeit nachgehen. Wobei dieses, und dieser Einschub sei verziehen, gar nicht schwer aufzuklären ist, indem man eine gewagte These aufstellt: „Der Mensch beklagt sich einfach gerne.“.
Was ich mich gefragt habe ist, warum Menschen in solchen Situationen ihre eigene als stressig bezeichnen.
Es ist doch die Arbeit des Kochs viele verschiedene Gerichte auf einmal zu kochen. Er hat gelernt die Arbeiten zu koordinieren und auf seine Gehilfen zu verteilen. Es liegt zwar in seiner Verantwortung, viele Dinge auf einmal zu bearbeiten und das Essen zügig zum Gast zu bringen, aber hat er es denn im Laufe seiner Ausbildung nicht gelernt? Studenten wissen doch vorher, dass das Lernen an der Universität mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden ist und sie nicht nur Party machen können. Lektüren studieren, Hausarbeiten schreiben und für die Klausuren lernen. Für die alles haben sie sich, genau wie der Koch, vorher entschieden.
Sie führen ihre Tätigkeit aus, weil sie ihnen Spaß macht, weil sie davon leben, oder weil es sie interessiert. Es ist also ihre alltägliche Aufgabe unter den gegebenen Bedingungen zu arbeiten. Wieso empfinden sie die Arbeitsaufträge, die sie während dieser Zeit bekommen dann aber als Stress, oder als zu stressig?
Es ist zu einem Modewort mutiert. Alles was nur etwas mehr Arbeitsaufwand benötigt gilt als Stress.
Bleibt die Frage bestehen, wieso es jeder achtlos und bei der kleinsten Gelegenheit benutzt. Jemand muss einmal damit angefangen haben. Könnte sein, dass es ein Übertragungsfehler aus der englischen Sprache ist. In Amerika sprechen die Menschen häufig von „stress“. Dies Nachzuschlagen wäre mir aber momentan wohl einfach zu stressig.

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12. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (0)

Heute morgen erwachte ich in einem ansehnlichen Gebirge aus Müll. Nicht nur, dass sich in allen Ecken des Raumes PET-Flaschen angesammelt hatten, nein, auch allerlei halb aufgegessene Knabbereien mit den zugehörigen Tüten lagen herum. Aber damit noch nicht genug: auch Plastikbecher und Pizzaschachteln erfüllten den Raum mit dem Wohlduft einer durchzechten Nacht.
Während des –auf Grund offensichtlicher Faktoren erschwerten- Aufräumens, begann ich so, mir meine Gedanken zu machen, ob alles wirklich so sein muss. Schließlich sah ich mich gezwungen literweise zuckerhaltige Getränke aus halbvollen Flaschen zu entsorgen und musste ebenfalls vom Verzehr der Angebrochenen Knabbereien absehen.

Aber all dies ist ja nur die Spitze des Eisberges. Man erfährt persönlich, wie sehr wir doch in einer Wegwerf- und Verschwendungsgesellschaft leben, weil man prinzipiell noch essbare Lebensmittel wegwirft und sich in Bergen aus prinzipiell ja noch verwendbaren Aluminiumfolien wälzt. Die Gründe und Ursachen dieser Entwicklung, die sich wohl vor allem in den letzten 50 Jahren abgespielt haben, sind weitreichender als man glaubt.

Zunächst sind einmal die offensichtlichen Vorteile des Verpackungswahnes zu sehen, die vor allem in der Einfachheit bestehen, sich etwas Fertig abgepackt zu kaufen, und die Packung dann einfach achtlos fortzuwerfen. Auf diese Weise kann auch im Einzelhandel und wohl auch im Transportwesen – in dem wohl auch größere mengen an Verpackungsmaterial verbraucht werden – Arbeitsaufwand und Personal eingespart werden.
Ein weiterer Vorteil besteht für die Hersteller der Produkte selbst, die sich durch die Gestaltung ihrer Verpackungen von der Konkurrenz abheben können. Als Beispiel sei hier die typische Flaschenform der Coca-Cola genannt.
Doch neben diesen vordergründigen Vorteilen stellt das Auftreten von Einwegverpackungen einen Zentralen Aspekt unserer Wirtschaftsordnung heraus. Schließlich erzeugt die Verwendung von Einwegverpackungen einen hohen Beschäftigungsgewinn. Gerade in meinem Heimatlandkreis besteht eine hohe Dichte, sowohl an Betrieben, die Lebensmittel für den Verzehr aufbereiten und Verpacken, sowie an Betrieben der Kunststoffindustrie, die alles von Shampooflaschen bis Blumentöpfen herstellen. Ohne diese Betriebe, wäre das Wirtschaftsleben dieses Kreises nicht vorstellbar. Gerade dies zeigt eindrucksvoll auf, wie sehr die westliche Wirtschaft vom Konsum abhängig ist.

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10. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (2)

Martin hat noch einmal über alles nachgedacht. Er will den anderen Blogger nicht so kampflos das Feld überlassen. Wieder durchsucht er die Top 100 der erfolgreichsten Blogs national und international, um ein Thema zu finden, was auch ihm entspricht.
Denn er hat trotz der herben Enttäuschung vom Turnhallenerlebnis eines gelernt: “Schreibe nur über die Themen, in denen du dich auskennst und magst.” Die vielen Bücher geben ihm das Gefühl nun sicherer mit der deutschen Sprache umgehen zu können. In der Schule hat er sich in Deutsch auch schon verbessert. Sein Satzbau ist strukturierter und seine Aufsätze besser zu lesen. Vorbei sind “Subjekt, Prädikat, Objekt”-Sätze. Martin hat nun auch was von Konjunktionen gehört und benutzt sie regelmäßig.
Im Feuilleton der Zeitung seines Vaters ist ihm ein Name aufgefallen, den er auch im Internet schon einmal gelesen hat. Martin überlegt: “Das ist einer, der es geschafft hat. Bloggt erfolgreich und schreibt sogar für so eine große Zeitung. Der verdient bestimmt reichlich Geld”.

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8. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (1)

Als Martin wieder vor dem PC saß und Bilder toller Künstler suchte, weil er mit den 250 neuen Beiträgen seiner abonnierten Blogs schon fertig war, kam gewisser Wehmut auf.
“Wieso können alle etwas schreiben, malen oder vor sich hin brabbeln? Nur ich habe nie Ideen, bin immer festgefahren in meinen Gedanken -sofern ich denn mal welche habe- und kann den schönen, so aufwendig gestalteten Blog, nicht füllen?”, fragte er sich.
Nun kann ich als auktorialer Erzähler beiläufig erwähnen, dass 249 dieser 250 Blogeinträge Unsinn, Schwachsinn oder Irrsinn war, doch Martin will unbedingt einen Artikel verfassen.
“Eine private Story kommt doch immer gut an”, denkt er sich und geht hinaus, um sich inspirieren zu lassen.
Ideenlos sucht er verschiedene belebte Orte ab, an denen sich ein lustiges oder tragisches Schauspiel zutragen könnte. Nachdem der Supermarkt nichts, außer einer Oma die die geforderten 20€ in 10-Cent Stücken bezahlt hatte, für seine Inspiriration beitragen konnte ging er durch den Park. Aber bei diesem regnerischen Wetter werden auch die Photos nicht gut und er schlendert enttäuscht weiter.
“Sport!”, denkt er sich. “Da ist doch immer was los.” Also rennt er zur Sporthalle seines Dorfes, um die Lage zu checken. “Mensch, klasse! Ist ja viel los hier.”, spricht er sich leise, in einem leicht ironischen Ton zu.
Und in der Tat. Außer einer Gruppe von fünf Leuten herrscht eine gähnende Leere in der Halle.
Er will schon wieder gehen, wo einer der Jungen plötzlich ruft: “Überhaupt nicht! WordPress rult” “WordPress? Rult?”, wiederholt Martin erfreut. “Blogger. Hier. In meinem Dorf.” Martin rast auf die Fünf zu und stellt sich vor. Macht direkt Werbung für seinen Blog. Vielleicht hat ihn ja schon mal einer gelesen. Nein. Niemand. Aber das macht unserem Helden auch nichts. Er hat Leute gefunden mit denen er reden kann. ÃœÜber die ganzen technischen Dinge, die er seiner Mutter zwar immer zu erklären versucht, sie jedoch jedes Mal nach zehn Minuten mit den Worten: “Ich schreibe lieber Tagebuch”, abwinkt. Die Gruppe bittet ihn seine Erfahrungen mit diversen Plugins, seine HTML-Kenntnisse und sein grafisches Talent darzulegen. Martin tut dies gern.

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5. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (2)