„Hau mal wieder in die Tasten“, sagte diese leise Stimme irgendwo in der hinteren Ecke meines Zimmers. Sie hat den Umzug wohl noch nicht ganz verkraftet und hatte sich einige Zeit unter dem Bett, im Schrank, oder Sonstwo versteckt. Und dann meint sie ganz frech, um halb 12 in der Nacht, hervor zu kriechen, mich vom Erlernen der griechischen Vokabeln abhalten und mir einreden zu können, dass ich wieder meine Worte an die Leserschaft wenden soll.

Na prima. Das ist eine großartige Idee. Aber hat die liebe kleine Stimme denn auch ihren netten Kumpel die Idee mitgebracht? Nein! Das bleibt wieder an mir hängen.

Und nun sitze ich hier und grübel über ein geeignetes Thema. Wie soll ich denn nach mehr als einem Monat wieder auftreten? Habe die Blogosphäre eben so lange nicht mehr beachtet. Man kann sich natürlich vorstellen, dass die einen jetzt über den Wahlsieg des Obama geschrieben haben. Viele werden es toll finden. Change und so. Andere weniger. Das habe ich aber auch schon in der Zeitung gelesen. Im gleichen Atemzug gibt es dann bestimmt auch diejenigen, die ganz atemlos und aufgebracht darüber berichten, dass in Hessen nun doch nicht Frau Y. gewählt wurde. Das hat mich aber schon belustigt. Da brauche ich nun keine Beifallstexte in denen die vier Loyalen gelobt werden. Gleichsam brauche ich aber auch nicht diese Texte die sagen, dass es ganz schade ist und so.

Die mit Sicherheit insgesamt 2000 geschriebenen anderen Beiträge über kleine, aber ganz lustige Videoclips, Fotos oder anderen Unsinn, der einem täglich unglaublich viel Zeit raubt, brauche ich mir auch nicht antun.

Was bleibt? Ich weiß es momentan gar nicht. In diesem Blog geht es eigentlich darum, dass ein mittlerweile 21jähriger aus seinem Leben berichtet.

Aber mal ganz ehrlich. Interessiert es sehr, wenn ich nun den Hochschulinformationstag beschreibe?

Blogger haben zwar die Angewohnheit alles in die Länge zu ziehen, also könnte ich aus dieser kleinen Begegnung mit den lieben Schülern eine riesen Story machen.

Aber trägt es wirklich zur Erheiterung bei, wenn am Ende da steht: und so schickte ich sie nicht direkt zur Aasee-Mensa, sondern ließ sie einfach ihr Heil auf der Autobahn finden.

Es kann sein. Momentan erfüllt es mich aber nicht, solche Texte zu produzieren.

Ich könnte einen Stadtbericht abfassen. Über die Destille schreiben, die im Nordstern endenden Nächte, oder wie viele schöne Kirchen es hier gibt.

Aber viel vom dem, was ich so in den ersten Studienwochen erlebt habe, ist für einen Außenstehenden nicht sonderlich informativ oder belustigend.

So Stimme, das hast du nun davon. Jetzt bin ich ratlos. Also bitte schicke mal deinen Kumpel vorbei und dann wird’s auch wieder rund gehen.

8. November 2008 | Benedikt

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