Benedikt Benninghaus

Gedenken an P. August Benninghaus SJ

Schloß Hartheim, ein Ort an dem das Böse unsichtbar, aber dennoch greifbar war. Leere und Stille trugen zu einem bedrückenden Gefühl auf Schloß Hartheim in der Nähe von Linz bei. Daß nichts mehr von den Gräueltaten der Nationalsozialisten zu sehen war, machte mir an Ort und Stelle im Sommer 2004 anschaulich, wie gewollt und vorsätzlich die Nazis den Tod unschuldiger Menschen herbeigeführt haben. Die Abscheulichkeit ihrer Verbrechen war ihnen bewusst. Die meisten Konzentrationslager waren durch die Hungermärsche entleert worden. Auch an diesem Ort war nichts mehr übrig. Die Registrierung, die Gaskammer, der Ofen. Alles war weg. Die Feinde sollten keine Kenntnis von der Vernichtungsmaschinerie erhalten. Nur das Schloß wurde nicht in die Luft gesprengt.
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Veranstaltung: Erinnerung – Über Gedenkblätter hinaus

In der Villa ten Hompel in Münster findet am 6. Dezember ab 17 Uhr eine Lesung zum Thema “Erinnerung – Über Gedenkblätter hinaus” statt. Zur Erinnerung an die 1. Deportation aus dem Münsterland am 13. Dezember 1941 referiert Herr Prof. Nowotsch über die “Erinnerungskultur in Zeiten medialer Vergesslichkeit”.
Anschließend werden Lebensgeschichten verschiedener Persönlichkeiten aus dem Münsterland präsentiert.
Ich werde das Glaubenszeugnis von Pater August Benninghaus SJ vorstellen, der am 27. Juni 1941 in Münster von der Gestapo gefangen genommen worden ist und im KZ Dachau den Hungertod starb.

Der Verlust des Kollektivs und die Suche nach Identität bei Henning Mankells “Mörder ohne Gesicht”

Um sich dem Thema Spiritualität und Identität in Kriminalromanen zu nähern und sich die Bedeutung dieses Aspektes beim Lesen zu verdeutlichen, erscheint es sinnvoll, einige kurze Bemerkungen zum Wandel des Krimi-Genres der Arbeit voranzustellen, um danach Henning Mankells “Mörder ohne Gesicht” aus diesem ungewöhnlichen Blickwinkel zu untersuchen.
Mit dem Kriminalroman verbindet sich die klassische Aufteilung “Anfang – Mitte – Schluss”. Hauptakteur ist ein kompetenter Detektiv oder Polizeiarbeiter, der als Held gegen das Verbrechen kämpft. Sein Gegenspieler ist immer der Täter, der durch den intelligenten Protagonisten im Laufe einer spannenden Erzählung gestellt wird. Im Mittelpunkt dieser Romane steht demnach das Verbrechen, die Fahndung und Überführung des Täters. Die Spannung kommt durch das “Wie” auf.
Diese klassische Einteilung hat sich in der jüngeren Vergangenheit gewandelt. Vielmehr stehen der Akteur und sein soziales Milieu im Vordergrund. Fragen des Lebens werden in der Erzählung in den Blickpunkt gerückt. Dadurch, dass es keine klare Abgrenzung zwischen Täter und Opfer mehr gibt, werden Brüche in der Existenz der handelnden Personen aufgezeigt. Besonders die Persönlichkeiten werden facettenreich vorgestellt. Hierbei werden besonders sozialkritische und psychologische Fragen in den Mittelpunkt gerückt. Es geht um Gefühle und Intuitionen, die nichts mit dem detektivischen Geschick, sondern mit der eigenen Gefühlswelt des Protagonisten zu tun haben. Weitere Thematiken sind die Unbegreiflichkeit der Welt1, das Bestehen vor sich und der Gesellschaft und gebrochene Existenzen, die die traditionellen Deutungsmuster verlassen haben und auf der Suche nach der eigenen Identität sind.
Mit “Mörder ohne Gesicht” beginnt Henning Mankell 1999 seine Kommissar Wallander-Reihe.
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Moraltheologie

Die Moraltheologie im Wandel der Zeit. Ein geschichtlicher Einblick in die Enstehung der christlichen Morallehre zum systematischen Ganzen.

Manekells Wallander

Ein Blick in die Spiritualität und Identität des Kriminalromans “Mörder ohne Gesicht” von Henning Mankell und dessen gesellschaftskritische Relevanz.

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Philosophisch-Theologische Aspekte zum Freiheitsbegriff.