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Eine Umfrage von Emnid bringt es an den Tag: Die Deutschen verstehen die Tagesschau nicht mehr. Gefragt wurde in der Umfrage keineswegs nach exotischen Fremdwörtern oder fachsprachlichen Begriffen. So etwas kommt in der Tagesschau ohnehin nicht vor. Nein, es war nach dem Verstehen von Begriffen wie
Schutzschrift, Vorteilsabschöpfung, Koalitionsfreiheit, Pflegestützpunkte, Basta-Politik oder nach dem eben noch aktuellen Begriff Tarifautonomie gefragt worden. Die Ergebnisse in Zahlen kann man sich sparen. Repräsentative 89 bis 100 Prozent der Befragten hatten keine Ahnung, was die Begriffe bedeuteten. Oder sie boten Deutungen an, die man mit dem Wort Irrtum nur schmeichelnd beschreiben kann.

Wenn die Mehrheit des Volkes nicht versteht, was in den Nachrichten gesagt wird, kann man sich fragen, ob alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind, das Volk politisch zu bilden, dem Volk also eine Grundlage für seine wichtigste Aufgabe als Wahlvolk gegeben zu haben. Offenkundig trägt die Tagesschau nicht zur politischen Willensbildung der Wähler bei. Die Tagesschau verwirrt die Wähler und läßt den mündigen Wähler in die Irre gehen.

Gibt es Abhilfe? Eindeutig ja, und zwar in Butzebach. Hier hat ein Privatfernsehsender sein Studio. Der erste Vorteil der Nachrichtensendungen aus Butzebach ist, daß der Nachrichtensprecher betont langsam spricht, so langsam und silbentrennend, daß jeder ihm folgen kann, ja, diese pädagogische Sprechweise erweckt im Zuschauer das Interesse, ob es dem Nachrichtensprecher überhaupt gelingen wird, das nächste Wort auszustoßen. Eine andere hochdidaktische Maßnahme ist die Besetzung der Butzebacher Nachrichtensprecher durch sprachgestörte Personen. Bei ihnen wartet der Zuschauer voller innerer Spannung auf das nächste Nachrichtenwort mit einem S-Laut, um die feine Artikulation des Nachrichtensprecherpersonals aus Butzebach bestaunen zu können. Das muß man wirklich sagen: Da können die Tagesschauleute mit ihrer Bühnenaussprache einfach nicht mithalten.

Und noch ein klarer Vorteil liegt in Butzebach: Die benutzen einfach gar nicht solche Wörter wie in der Emnid-Umfrage. Sagen Sie mal ganz ehrlich: Wüßten Sie, was eine Schutzschrift ist? Und was macht man mit einer solchen Schutzschrift, wenn man sie denn in die Finger kriegt? In Butzbach schaltet man gerne zum Mann auf der Straße. Nach dem Motto: Was sagt Peter in Oberbutzebach dazu? Fühlt er sich durch die Schrift geschützt? Hat er Angst vor der Schrift? Wo findet Peter Schutz? Peter steht schutzlos im Regen und kann sich nicht äußern. Und dann schaltet Butzebach ganz schnell zum Tierschutzhaus in Unterbutzebach. Bilder, ich sage nur Bilder braucht man, um dem Volk etwas zu erklären. Da kann der Zuschauer in riesigen Buchstaben an der Außenwand lesen: Schutz. Und so wird doch jedem klar, was es mit dieser Schutzschrift auf sich hat.

Die Konsequenz für die Demokratie ist klar: Weg mit der Tagesschau, her mit Butzebach! Basta!

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21. März 2011 | Gedanken

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