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Ein Bindestrich deutet einen Programmwechsel an.

Verhunzung eines sonst schönen Zitats. – Eine deutsche Komödie mit Hölle im Titel. Das verspricht aus Erfahrung unheimliche Qualität. – Noch eine deutsche Produktion, die aber schon im Titel verrät, die Zukunft verloren zu haben. – Vollkommen uninteressant (hier dürfen mehrere Sender eingesetzt werden)! – 21 ist auch nur die halbe Wahrheit. – Ein dicker Mensch ißt noch mehr. – Noch ein Mann, sogar mit einem Hund. Sieht nach unfaßbarem Spaß aus. – Ein Dinner. Ein perfektes sogar. Das hatte ich schon mal. – Schon gelesen. – Die letzten Dinge? Schaut doch den Film von der Hölle, denn dahin wird es für viele gehen. – Die Dritten zeigen Bauwerke, Ausflugsziele und man darf sich was wünschen. – Und dann ist endlich wieder eine herausragende deutsche Komödie im zweiten Teil zu bestaunen. – Hölle, letzte Dinge und nun brennt sogar die Erde weg. Wahnsinn! – Sport. – Sport. – Und auf den anderen Programmen kommt etwas über Pornographie, Essen oder Häuser.

Begeisterung!

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3. April 2011 | Fernsehen | Kommentare: (0)

Clemens Wilmenrod – wer den Namen noch kennt und dabei an eine Kochschürze mit dem Portraits des Kochs darauf denkt, der hat noch Schwarzweißfernsehen bestaunt oder ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte der Kochshows im Fernsehen. Heutige Fernsehkonsumenten kennen eher die Namen Biolek, Lafer, Kerner; sie bewundern angeblich perfekte Dinner oder lassen ihren Kindern von Tim Mälzer als Sandmännchenersatz den Unterschied zwischen Salz und Zucker oder zwischen verbrannt und feinen Röstaromen erklären.
Wilmenrod hingegen war anders, weil er ein Missionar des Essens in der Nachkriegszeit war. Niemals hätte er von irgendeiner Molekularküche auch nur geträumt. Ihm verdankt Deutschland den Toast Hawaii, der seinen Siegszug auf alle Speisekarten Deutschlands gefunden hat. Dieser Toast war der Höhepunkt des Kulinarischen: modern, erschwinglich, übersichtlich, in jeder Küche herzustellen und doch so gänzlich chic und gar nicht unverschämt teuer.
Und heute? Die Höhepunkte heute: witzige oder pseudowitzige oder angestrengte Kommentare, die dem Zuschauer gute Laune vermitteln sollen. Wenn Laien kochen, ist die Schadenfreude über etwas Mißglücktes riesig. Wenn gar nichts vom Hocker reißt, erzeugt der Zusammenschnitt eine künstliche Spannung unter dem Motto: Wird das Kaffeewasser noch rechtzeitig kochen?
Nun ist das Sandmännchen Tim gerade auch noch als Sprachkobold durch das Abendprogramm gegeistert. Gute Nacht!

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Differentialdiagnostisch geht es darum, ob der Patient Symptome einer Infektion mit Clostridium tetani aufweist (infolge Muskelkrampfes, der durch Bakterien hervorgerufen wurde, können sich die Gesichtsmuskel nicht mehr entkrampfen und zeigen ein hämisches Dauergrinsen) oder lacht der Patient zynisch, sardonisch oder sarkastisch.

Sardonisches Lachen könnte wiederum differenziert werden als entweder das grimmige Hohngelächter eines zornigen Patienten über den eigenen Schaden, den eigenen Schmerz oder aber als Wirkung einer bitteren Pflanze (Sardonia) aus Sardinien (schon bei Homer und Vergil erwähnt).

Ist das schon passend für den Patienten Dr. House samt seinen Zimmerkollegen Stromberg und Schmidt? Schmidt bestreitet, daß er vom Zynismus befallen sei; er heiße nicht Augstein. Er lebe auch nicht wie Diogenes in der Tonne und höchstens pflege er eine Form der Zivilisationskritik an seinem Publikum, die genau dieses Publikum ergötze. So behauptet er sich selbst angesichts der scheinbaren Sinnlosigkeit um ihn herum. Strombergs Erfinder könnten Sarkasten sein, denn der beißende Spott, der ihnen für ihre Figur nicht gelingt, könnte eine Reaktion auf eine eigene Verletzung sein, aber wollen sie mit Strombeg tatsächlich jemanden ernsthaft verletzten?

Ist Dr. House Sardonist, dem das Lachen in der Kehle steckenbleibt, während er über Kollegen und Patienten gleichermaßen seinen grimmigen Spott hämisch ausgießt? Weder Kollegen noch Patienten reagieren dauerhaft verstört oder tief verletzt durch ihn. Sind alle dauerhaft deformiert? Gehört die Verletzung aller Werte zum Grinsen der Neuzeit?

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1. April 2011 | Fernsehen | Kommentare: (0)

Falsch. Es geht nicht um ein Dinner. Es geht um die möglichst unterhaltsame Zusammenmischung von Zutaten. Diese Mischung, das Spinnen, unterliegt einem Geheimrezept, das in Perfektion nur wenige Spin-Doktoren beherrschen. Ich lüfte hier das strenggehütete Geheimnis.

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23. August 2010 | Fernsehen | Kommentare: (5)