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Kennen Sie das auch? Diese unbändige Lust auf dämliche Fragen eine falsche Antwort zu geben. 2+2? 5. Präsident der USA? Kennedy. Wie viele Beine hat ein Pferd? 3. Wie komme ich nach Ostia? Schwimmen durch den Tiber. Wann kommt der Osterhase? Weihnachten. Haben Sie Augen? Ich weiß es nicht. Wie heißen Sie? Napoleon.
Genau so stellt sich der Laie das Verhalten einer schwer gestörten Person vor. Dr. Ganser hat das nach ihm benannte Phänomen schon 1887 vorgestellt: Vorbei-Reden, Vorbei-Handeln, Scheinblödsinn, Zweckpsychose. Heute definiert die Weltgesundheitsorganisation das Ganser-Syndrom als eigenständige Krankheit unter den dissoziativen Störungen.
Wer die Symptome simuliert, wer also bewußt und willentlich Dummheit vortäuscht, der weiß, daß er den Fragenden und seine Umgebung täuschen will. Im besten Fall will er ein Lachen produzieren. Dissoziativ heißt das Phänomen, wenn es der bewußten Kontrolle entzogen ist. Klare Ursachen kann man für das echte Ganser-Syndrom nicht benennen. Es gibt die Störung, aber keine sichere Zuordnung. Ob es eigenständiges Krankheitsbild ist, bleibt fraglich.
Gansern wir also bei Gelegenheit weiter.

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6. April 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Ich nehme alles gleich so wörtlich, sagt das Umfeld zu mir. Und was mir merkwürdig erscheint, ist der Umstand, daß das Umfeld um so mehr lacht, je wörtlicher ich etwas nehme.
Viele Schwierigkeiten hatte ich dadurch, daß ich gegangen bin, wenn jemand sagte: “Ach, geh.” Unter grinsendem Gelächter des Sprechers wurde ich dann oft wieder zurückgeholt. Was soll das?
Probleme mit dem Bleiben des Bewußtseins hatte ich an dem Tag, als ich auf die Alkoholwerbung gestoßen bin. Ich war magenmäßig recht umtriebig an dem Tag und griff in der Hoffnung auf Linderung zu einem Magenschnaps. Auf der Flasche stand, man solle immer nur einen trinken, aber einen immer. Sicherlich, dachte ich mir, ist das ein ungewöhnliches Apothekenmaß. So etwas hatte ich auch noch auf keinem anderen Beipackzettel gelesen, aber ich befolgte es, bis die Flasche einen Schluck nach dem anderen Schluck geleert war. Das Bewußtsein entschwand mir, die Schmerzen verlagerten sich vom Bauch in den Kopf und ich wurde von meinem engsten Umfeld höhnisch beschimpft.
Zu meinem Geburtstag habe ich ein Hörbuch erhalten, worüber ich mich auch deswegen besonders freute, weil es mein erstes Hörbuch ist. Robert Sapolsky: Mein Leben als Pavian, 6 CDs. Auf dem Beipack für Hörbücher steht: Ideal beim Autofahren. So bin ich heute 7 Stunden durch die Gegend gefahren und habe gespannt und ideal zugehört. Der Sapolsky ist ein so trockener Streßforscher, daß ich von ihm begeistert bin und die CDs gleich noch einmal angehört habe. 7 Stunden Rückfahrt vergingen wie im Idealflug.
Welche unverschämte Reaktion ich mir morgens und abends beim Zähneputzen durch mein Umfeld einhandele, will ich hier nicht schildern. Aber sagen Sie mal im Vertrauen: Auf der Zahnpastatube steht doch: Auf den Kopf stellen!?

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5. April 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Wer kennt nicht dieses Gefühl, am Rechner vor einem leeren Word-Blatt zu sitzen und ins Weiße zu starren in der Hoffnung auf einen genialen Einfall. Wem ist die Leere im Kopf nicht fremd, wenn es gerade darum geht, innerhalb kürzester Zeit die kreativste Schöpfung aller Zeiten hervorzubringen. Wer hat noch nicht Bekanntschaft mit dem Burnoutsyndrom gemacht, fand sich selbst im Eimer und wollte aus demselben freiwillig nicht wieder herauskrabbeln. Wer schmiß noch nicht mitten im Schaffensprozeß seine Doktorarbeit wegen mangelnder Gedanken in die Ecke.

Wie oft wurde ich in den letzten Tagen gefragt, woher denn nur alle diese Einfälle auf diesem Blog stammen. Wie häufig war die Frage gleich mit der Bitte verbunden, gleich mehrere Blogs von fremden Menschen mit meinen Schriftzeichen zu füllen.

Ich will hier einen Fingerzeig geben, wie jeder Mann und jede Frau selbst schnell Abhilfe gegen die Gedankenleere schaffen kann. Die heute fast vergessene Suche über Suchmaschinen Metager aus Hannover hat ein nützliches Angebot zur kostenlosen Benutzung, nämlich einen Ideengenerator. Wenn man hier zum Beispiel die Stichworte „leerer Kopf“ eingibt, um auf irgendwelche Ideen zu kommen, die man selber nicht hat, erhält man prompt eine Liste mit Stichworten von Kopf bis Supervision, die man alle im Netz suchen lassen kann. Bei der anschließenden Lektüre stellen sich leicht Assoziationen ein, die einem neue Flügel verleihen. Niemand muß ideenlos bleiben. Hier findet auch der geleerteste Kopf eine neue Füllung.

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Auch Sie sind sicher der Ansicht, daß eine gute Kommunikation wichtig ist. Das stimmt. Nichts ist wichtiger, als sich zu verstehen, sich gut zu verstehen. Daher sollte auch alles unternommen werden, das gute Gelingen der Kommunikation zu fördern. Es sollte auch allen Menschen ein Herzensanliegen sein, eine noch nicht gute Kommunikation zu verbessern.

So habe ich in letzter Zeit auch mein Augenmerk auf die Förderung der zwischenmenschlichen Kommunikationsverbesserung gelegt. Dabei fiel auch auf, wie wenig die Wissenschaft bisher ihr Interesse auf die Satzendungen gelegt hat. Auch die Abtönungspartikel sind bisher nicht in dem Maß gewürdigt worden, wie es wünschenswert erscheinen möchte.

Beginnen wir unsere Betrachtung einleitend mit dem historischen Gebrauch kommunikationsverbessernder und kommunikationsverbindender Satzenden, so stellen wir fest, daß das Satzende kommunikativ auch immer schon zur Förderung der Einvernehmlichkeit gebraucht worden ist. In der deutschen Sprache findet sich hier an erster Stelle: „nicht wahr“. Die Engländer bevorzugen: „isn’t it“ oder „aren’t they“. Die Franzosen haben sich zu „n’est-ce pas“ entschlossen. Auch andere Sprachen kennen das, können hier aber nicht alle erwähnt werden.

Lokales Kolorit und mithin größere Vertrautheit der Kommunikationsteilnehmer zeigt das nachgestellt „gell“, oftmals auch zu „gelle“ erweitert. Es wurde national in letzter Zeit durch das ebenfalls Übereinkunft herstellende „ne“ im Gebrauch übertroffen, wobei allerdings die Theorie der unterschichtenspezifischen Herkunft noch nicht verifiziert worden ist.

Im Gegensatz zur landläufigen Auffassung vom diskonnektiven Gebrauch des Schweizer „oder“ muß auch deutlich gesagt werden, daß auch „oder“ mehr verbindend als kommunikationstrennend aufzufassen ist. Der Schweizer an sich erwartet nach dem Gebrauch von „oder“ am Satzende von seinem Kommunikationspartner ein bestätigendes Kopfnicken und keine Äußerung einer abweichenden Meinung.

Vermehrt findet sich in Deutschland in letzter Zeit der inflationäre Gebrauch von „ja“. Dieses „ja“ wird nicht als Abtönungspartikel im Satzinneren, sondern als heftig Übereinkunft einfordernder Kommunikationskonnektor am Satzende benutzt. Kaum noch hört man einen Satz ohne das angehängte „ja“, bei dem aus soziokommunikativen Gründen die Stimme des Sprechers etwas angehoben wird. Durch den übermäßigen Gebrauch klingt „ja“ entwertet, ja billig, was für die Kommunikationsförderung nicht gerade recht ist.

Daher machen wir den Gebrauch eines neuen Kommunikationskonnektors zur Regel. Hängen Sie bitte zukünftig anstelle „ja“ (veraltet) ein „auch“ (neu) an. Dann klappt das auch wieder besser mit der Kommunikation. Sie werden sehen, welchen Spaß die verbesserte und völlig moderne Kommunikationsstruktur macht, auch.

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31. März 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Jetzt, wo die ersten richtig schönen Frühlingstage gekommen sind und die Barbesitzer ihre Stühle und Tische wieder an die Straße stellen, merkt man, dass sich in den Menschen etwas tut. Es herrscht überall ein reges, fröhliches, gar ausgelassenes Treiben auf den Straßen und den Grünflächen. Man merkt regelrecht, wie die Sonne die meisten Menschen verändert. Sie gibt ihnen die Möglichkeit Dinge zu tun, die nicht alltäglich sind. Hinausfahren in die Natur. Sich den lieben langen Tag draußen aufhalten. Herumspringen, wie die kleinen Kinder es tun. Dies ist an regnerischen Tagen nicht möglich. Sogar die Computermenschen setzen sich an sonnigen Tagen auf ihre Balkons, arbeiten unter der herrlich wärmenden Sonne. Die Studenten nehmen das Wetter zum Anlass, um auf dem Campus zu grillen und ihre Arbeit an die frische Luft zu verlegen. Man geht mit mehr Spaß und Freude an die zu erledigen Dinge heran. Dies alles nur durch die Kraft der Sonne.
Die Sonne, die Wärme und das Blühen der Natur erzeugt also eine freudige Stimmung. Im Winter kann man diese kaum feststellen. Von Winterdepression ist hier sogar die Rede. Man verschanzt sich in seinen vier Wänden und sehnt das schöne Wetter herbei. Die Möglichkeit hinaus zu gehen, um etwas zu erleben oder Spaß zu haben, scheint nicht gegeben.

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28. März 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Banklos, rastlos, hektisch, aufgewühlt, desorientiert, schlapp. Um nur einige Zustandsbeschreibungen der vorübergehenden Menschen zu notieren. Sie sind in ständiger Bewegung. Sie halten sich an ihrem Coffee-to-go fest, um an irgendetwas Halt zu suchen.
Verwirrt und ohne Ruhe laufen sie pausenlos von einem Geschäft zum anderen. Von einer Attraktion zur nächsten. An keinem Ort können sich die müden Geschäftsleute, die interessierten Touristen, oder die müden Großmütter ausruhen, denn es fehlt etwas.
Deshalb trete ich ein: für mehr Gemütlichkeit, für mehr Ruhe, für mehr Ausgleich, für weniger müde Knochen, für mehr Aussicht…
Und möchte doch nur:mehr Bänke.

Eine Aufforderung an alle, die wieder mehr Gelassenheit in ihr Leben bringen möchten. Fordert mehr Bänke in der Einkaufspassage, am Flughafen, am See, an der Straße, am Kiosk um die Ecke. Einfach überall. Für mehr Lebensqualität. Für mehr Gemütlichkeit.

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23. März 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Eine Umfrage von Emnid bringt es an den Tag: Die Deutschen verstehen die Tagesschau nicht mehr. Gefragt wurde in der Umfrage keineswegs nach exotischen Fremdwörtern oder fachsprachlichen Begriffen. So etwas kommt in der Tagesschau ohnehin nicht vor. Nein, es war nach dem Verstehen von Begriffen wie
Schutzschrift, Vorteilsabschöpfung, Koalitionsfreiheit, Pflegestützpunkte, Basta-Politik oder nach dem eben noch aktuellen Begriff Tarifautonomie gefragt worden. Die Ergebnisse in Zahlen kann man sich sparen. Repräsentative 89 bis 100 Prozent der Befragten hatten keine Ahnung, was die Begriffe bedeuteten. Oder sie boten Deutungen an, die man mit dem Wort Irrtum nur schmeichelnd beschreiben kann.

Wenn die Mehrheit des Volkes nicht versteht, was in den Nachrichten gesagt wird, kann man sich fragen, ob alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind, das Volk politisch zu bilden, dem Volk also eine Grundlage für seine wichtigste Aufgabe als Wahlvolk gegeben zu haben. Offenkundig trägt die Tagesschau nicht zur politischen Willensbildung der Wähler bei. Die Tagesschau verwirrt die Wähler und läßt den mündigen Wähler in die Irre gehen.

Gibt es Abhilfe? Eindeutig ja, und zwar in Butzebach. Hier hat ein Privatfernsehsender sein Studio. Der erste Vorteil der Nachrichtensendungen aus Butzebach ist, daß der Nachrichtensprecher betont langsam spricht, so langsam und silbentrennend, daß jeder ihm folgen kann, ja, diese pädagogische Sprechweise erweckt im Zuschauer das Interesse, ob es dem Nachrichtensprecher überhaupt gelingen wird, das nächste Wort auszustoßen. Eine andere hochdidaktische Maßnahme ist die Besetzung der Butzebacher Nachrichtensprecher durch sprachgestörte Personen. Bei ihnen wartet der Zuschauer voller innerer Spannung auf das nächste Nachrichtenwort mit einem S-Laut, um die feine Artikulation des Nachrichtensprecherpersonals aus Butzebach bestaunen zu können. Das muß man wirklich sagen: Da können die Tagesschauleute mit ihrer Bühnenaussprache einfach nicht mithalten.

Und noch ein klarer Vorteil liegt in Butzebach: Die benutzen einfach gar nicht solche Wörter wie in der Emnid-Umfrage. Sagen Sie mal ganz ehrlich: Wüßten Sie, was eine Schutzschrift ist? Und was macht man mit einer solchen Schutzschrift, wenn man sie denn in die Finger kriegt? In Butzbach schaltet man gerne zum Mann auf der Straße. Nach dem Motto: Was sagt Peter in Oberbutzebach dazu? Fühlt er sich durch die Schrift geschützt? Hat er Angst vor der Schrift? Wo findet Peter Schutz? Peter steht schutzlos im Regen und kann sich nicht äußern. Und dann schaltet Butzebach ganz schnell zum Tierschutzhaus in Unterbutzebach. Bilder, ich sage nur Bilder braucht man, um dem Volk etwas zu erklären. Da kann der Zuschauer in riesigen Buchstaben an der Außenwand lesen: Schutz. Und so wird doch jedem klar, was es mit dieser Schutzschrift auf sich hat.

Die Konsequenz für die Demokratie ist klar: Weg mit der Tagesschau, her mit Butzebach! Basta!

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21. März 2011 | Gedanken | Kommentare: (0)

Und dann fragte ich mich: „Wie haben wir das bloß früher geschafft?“. Ein Filmabend mit der Generation 50+.
Zwei grandiose Kritiken der FAZ können doch nicht lügen. So könnte, muss man denken, wenn es sich um einen deutschen Krimi handelt. Also nimmt man dieses Filmhighlight zum Anlaß, der älteren Generation einen Besuch abzustatten.
Der Abend wird vorbereitet: Chips stehen bereit, das Bier ist kühl, der Hocker zum „Füße-drauf-legen“ ist platziert und ganz wichtig: Das Tuch über der Armlehne vom 10.000€ teuren Sofa ist bereit gelegt. Tacker, Tacker, Tacker. Auch die Stehlampe fabriziert nun das rechte Licht.
Der Film kann starten. Das Zimmer ist dunkel, der Kamin knistert.

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1. Dezember 2010 | Gedanken | Kommentare: (2)

Die besten Einfälle hat man meist beim Essen. Ich zumindest. Ich glaube, dass da irgendwelche tollen Stoffe im Gehirn freigesetzt werden, die einem das Denken erleichtern.
Gestern Abend saß ich mit ein paar Lutschbonbons gemütlich vor dem Fernseher. Nach und nach stopfte ich mir die leckeren Teile genüsslich in den Mund. Ebenso tat es ein Freund von mir. Ich beobachtete nicht mehr länger das unterhaltsame Fußballspiel, sondern nur noch das Lutsch- bzw. Kauverhalten der Menschen beim Bonbonessen.

Es gibt drei Kategorien:

Der Aggressor:
Er lutscht das Bonbon nur so lange, bis er es endlich durchbeißen und so schnell wie möglich hinunter schlingen kann. Dieser Typ hält nicht viel vom langen Genuss. Er geht die Dinge schnell an, bearbeitet sie fix und will alles schnellstmöglich abschließen. Quantität geht hier vor Qualität. Lieber zehn Dinge auf einmal angehen und direkt zermalmen, als sich auf eine Sache zu konzentrieren und sie bestmöglich zu Ende zu bringen.
Der Aggressor geht jedoch unbeirrt seinen Weg und lässt sich von nichts und niemandem aufhalten.

Der Unentschlossene:
Dieser Esstyp weiß nicht genau, wie er an die Sache herangehen soll. Zunächst lutscht er das Bonbon, dann will er zerbeißen, entscheidet sich dann aber schnell wieder anders und lutscht letztendlich die vielen Einzelteile im Mund auf.
Dieser Mensch schaut sich zunächst das Problem an und geht behutsam an die Sache heran. Doch hat er nicht sehr viel Ausdauer und bei der ersten Schwierigkeit fängt er an, seine klare Linie zu verlassen. Er ist öfter unausgeglichen und weiß nicht recht, wie es weitergehen soll. Findet er jedoch eine Lösung (diese darf auch von anderen Personen stammen) und auf seine Bahn zurück, behandelt er das Problem bis zum Schluss.

Der Genussmensch:
Der Genussmensch schaut erst einmal stundenlang in die Bonbontüte, um auch wirklich sicher zu gehen, dass er ein Bonbon erwischt, dass seinen Vorstellungen entspricht. Hat er das gewünschte Exemplar gefunden steckt er es sich langsam in den Mund und beginnt darauf herum zu lutschen. Sinnlich fährt er mit seiner Zunge über die Köstlichkeit und ist nun minutenlang mit sich und dem Bonbon beschäftigt. So macht er es mit allen Dingen. Er wählt weise, macht sich vorher einen Plan und fängt dann an, das Problem zu beheben. Er arbeitet konzentriert und genau. Wobei er immer etwas mehr Zeit braucht als seine Mitstreiter. Doch das Ergebnis ist das Beste. Der Genussmensch lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und verliert nie den Faden.

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24. November 2010 | Allgemein Gedanken | Kommentare: (0)

Das Leben eines Jugendlichen (vielleicht auch schon eines älteren Menschen) scheint heutzutage sonderbar zu sein. Er steht irgendwann morgens auf und isst etwas. Danach weiß er nicht weiter. Auch wenn die Eltern zu Hause wären, würde man es keine zwanzig Minuten mit ihnen aushalten. Eltern wissen alles besser. Eltern erklären einem was. Also, Eltern sind blöd. Deshalb kommen diese zwei Menschen im Haus nicht in Frage etwas gegen die, und ich wiederhole mich da gerne, nach zwanzig Minuten einsetzende Langeweile zu unternehmen. Außerdem sieht man ja auch im Fernsehen, dass man mit den Eltern nicht redet, man nur mürrisch Antworten geben darf und sowieso.
Also fällt die erste Wahl auf den Computer. Der hat ja was zu bieten. Communitys, Chats und Seiten, wo man sich lustige Bilder und Videos ansehen kann. Da muss doch etwas dabei sein, was einen ablenkt. Nach einer knappen Stunde werden die Seiten aber langweilig, weil man sich durch alle durchgeklickt hat. Gelesen hat man nichts, da müsste man seinen Kopf anstrengen und es würde ja Zeit in Anspruch nehmen. Wie war das nochmal mit der Langeweile? Naja, egal. Auf jeden Fall hat nun der Jugendliche alle wichtigen Seite gesehen. Weiß, daß Jennifer nicht mehr mit Hanswurst zusammen ist. Schrecksekunde. Aber dann doch nicht so wichtig, man kannte die ja nur flüchtig.
Was bleibt ist der Chat. Die ICQ-Liste ist voll mit Personen die man (flüchtig) kennt. Also alle mal der Reihe nach mit „Hallo! Wie geht’s?“ bombardieren. Einer von ihnen wird einem ja wohl die Aufmerksamkeit geben, die man so gern möchte. Nach ein paar Minuten sind die Gespräche aber leider vorbei. Über ein „und sonst so?“ ist man nicht hinaus gekommen. Wieder gähnende Leere im Kopf und Langeweile. Was tut man in einer solchen Situation?
Bleibt doch noch ein Medium zur Rettung. Der Fernseher. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten. Für den Jugendlichen schrecklich. Er möchte Action. Es muss schnell und laut zugehen und ihn bestmöglich von seiner Unfähigkeit, Selbstständig irgendetwas zu machen, ablenken. Hat er etwas gefunden, gammelt er so lange vor der Glotze, bis ihm das auch wieder zu öde geworden ist und er wieder an den Computer geht.
Im Haus macht man dann noch einen kleinen Umweg, um ja nicht an dem Bücherregal vorbei zu kommen.
ICQ trötet wieder und der nächste Versuch sich abzulenken ist gekommen. Es werden abermals irgendwelche nichtssagende Gespräche geführt und vielleicht kommt es sogar einmal zu einer Verabredung.
Jackpot. Also auf zu diesem Menschen, dem es nicht anders ergeht wie einem selbst. Denn wie heißt es so schön: zusammen langweilen ist besser als alleine. (Und nachts ist es auch kälter als draußen)
Nun kann man zusammen auf dem Sofa gammeln und Fernsehen gucken. Bis zum Abend. Irgendwann geht man dann mal ins Bett. War ja ein anstrengender und erfüllter Tag.

Im Leben dieser Menschen muß ständig etwas los sein. Jeden Tag muß ein, in irgendeiner Art und Weise, kreativer Mensch sie bei der Hand nehmen, um mit ihnen etwas zu unternehmen. Ansonsten sieht der Tag so aus, wie oben beschrieben. Eintönig. Dumm. Langweilig.
Sie haben verlernt, oder es nie gelernt, sich selbst mit Dingen zu beschäftigen. Sich einer Sache anzunehmen und sich damit auseinander zu setzten. Schlimm und traurig zugleich.
Sein Leben so untätig zu verbringen, weil man einfach nicht weiß, was man mit sich selbst anfangen soll.
“Von der Kunst, sich nicht selbst beschäftigen zu können” wollte ich euch was erzählen. Habt ihr etwas darüber erfahren? Nein? Dann fragt einfach den nächsten Menschen, der euch mit den Worten: “Hey, wie geht es dir?” anspricht und danach kreativlos und wortlos darauf wartet, dass ihr ihn aus seinem anhaltenden Langeweileloch holt.

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23. November 2010 | Gedanken | Kommentare: (1)

Nachdem ich endlich fertig gebracht hatte das Pflichtprogramm zu absolvieren und Papa und Mama sagen konnte, wurde es Zeit sich den wichtigen Dingen des Lebens zuzuwenden. In meinem reichhaltigen Wortschatz war das Wort Bobob wohl das dritte erlernte. Ganz richtig ausgesprochen war es nicht, aber ich wusste, dass meine Eltern mich verstehen würden. Als gewitztes Kerlchen hatte ich es schnell raus, dass man danach süße Leckereien in den Mund gestopft bekam.
Als jüngstes Mitglied in der Familie hat man es etwas leichter seinen Willen zu bekommen. Und dieser bestand nun einmal aus Süßigkeiten.
Vor der Grundschule übernahmen meine Eltern die Grundversorgung.
Zur Fastenzeit erhielt man ein großes Marmeladenglas, wo man seine Bonbons aufbewahren sollte. Dieses füllte sich leider bei mir nicht so beständig, wie bei meinen Geschwistern.

Als endlich die Grundschulzeit kam und damit das erste Taschengeld, konnte ich selbst für den Bedarf sorgen. Erstes Schuljahr, also eine D-Mark. Unweit unserer Schule war ein kleiner Eckladen. Der Laden der Bonbonfrau.

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21. November 2010 | Gedanken | Kommentare: (1)

Briefe sind eigentlich etwas tolles. Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen Brief erhalte. Ein langer ausführlicher Brief wird nicht nur einmal gelesen. Als erstes überfliegt man ihn. Dann legt man sich ihn auf den Schreibtisch um ihn in Ruhe später genau zu studieren. Man heftet ihn ab und holt ihn bei der Beantwortung wieder hervor. Je nach Inhalt kann man einen Brief auch nach Wochen noch ein drittes oder viertes Mal lesen.
Ein Brief ist sehr viel ausführlicher und persönlicher als eine E-Mail oder ein Anruf. Man reflektiert die letzten Tagen und Wochen. Die Gedanken macht man sich vorher und schreibt sie dann erst nieder. Bei der Formulierung gibt man sich größte Mühe den zu beschreibenden Gedanken ausführlich auszuschmücken. Auf einen Brief antwortet man auch nicht sofort, nicht mal eben zwischen Tür und Angel. Man nimmt sich Zeit und steckt doch viel Mühe hinein.
Ein Brief ist rundum etwas tolles.

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19. November 2010 | Gedanken | Kommentare: (6)

Zu Beginn eines jeden Einkaufs, sei es die Kleidung, die unbedingt gekauft werden muss, weil nichts, absolut NICHTS mehr im Kleiderschrank ist oder aber der Hunger, der einen in die Läden treibt, steht die Entscheidung in welchem Laden geshoppt werden soll. Reicht die Motivation aus um einen Ausflug in eine größere Stadt zu unternehmen oder aber nur für den kleinen Laden die Straße hinunter. Nach eigenem Ermessen müssen wir uns über kurz oder lang entscheiden, doch dieser Vorgang dauert bei mir für gewöhnlich eine Weile, ist es doch so gemütlich auf der Heizung zu sitzen und nichts zu tun, den Tag einfach zu genießen und das Erlebte Revue passieren zu lassen. Doch eigentlich wäre es auch schön, ein neues Kleidungsstück in den Händen zu halten, das Stück noch einmal anzuprobieren, es zu bewundern und zu überlegen, wie es am Besten kombiniert wird. Oder aber leckere Süßigkeiten beim abendlichen Fernsehprogramm zu essen. Über kurz oder lang komme ich nicht drum rum, ich muss eine Entscheidung treffen.

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24. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (0)

Einfach einmal etwas schreiben, was belanglos, was vielleicht nutzlos, was nicht mitteilenswert ist. – Wer kennt nicht die Situation, das weiße Papier anzustarren und überhaupt keine Idee zu haben. Schüler erschrecken davor in einer Testaufgabe, Außendienstmitarbeiter finden keine zündende Idee für den Vierteljahresbericht, der Kreativarbeiter trinkt ein Wässerchen in der geistigen Dürre, der Zeitungsschreiber möchte an seinem Kommentar feilen, von dem noch kein Wort geschrieben ist.
Und dann rücken die Zeiger auf der Uhr weiter, in der Nachbarschaft wird schon fleißig etwas zu Papier gebracht, das letzte Wasser ist ausgetrunken, der Abgabetermin kommt immer näher. Die Gedankenleere erzeugt wortlose Nervosität, die sich individuell bis zur Panik steigert oder in stumpfe Starre umschlägt.
Manchmal ist der einzige Ausweg, die Finger auf die Tastatur zu legen und sie einfach ein paar Buchstaben schreiben zu lassen. Oft produzieren sie dann etwas völlig ohne Belang. Und das sieht jeder Leser den Schülerklausuren, den Außendienstberichten, den Werbesprüchen, Zeitungen und Internetbeiträgen — oft gar nicht an.

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24. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (1)

Unterscheiden sich wohl Beiträge vom Schreib- und Denkstil, wenn man sie an anderen Orten und unter anderen Umständen schreibt?
Um dieser Frage nachzugehen wechsele ich einmal das gewohnte Schreibumfeld und begebe mich an einen belebten Platz. Der Campus einer Universität ist der Platz, an dem ich die ersten Worte schreibe.
Old School deshalb, weil ich keinen Schlepprechner auf den Knien habe, sondern einen Collegeblock und in meiner Hand einen Kulli.
Die Umgebung ist klasse. Hinter mir läuft eine kleine Veranstaltung und ringsum herrschen viele Gespräche junger Leute, die sich der Sonne schonungslos aussetzen. Es wird gegessen, gelesen, gearbeitet, gespielt, aber vor allem, und das wunderbar, viel geredet.
Die Gespräche über Marketing, das Essen, Programmierung und ganz triviale Themen lassen mich nachdenken. Ich genieße es für eine Weile alleine zu sein, verschiedene Stimmen zu hören und ein wenig zu dösen. Warum ich zu Stift und Papier gegriffen hab, um auf ein paar Zeilen meine Eindrücke nieder zu schreiben?
Ich weiß es nicht. Vielleicht lag es an einer Diskussion, um die Frage ob ein Notizbuch oder der Laptop besser geeignet ist, die Vorlesung mitzuschreiben.
Oder es lag an einem anderen Gespräch über die Internetkommunikationswege, bei der ich unweigerlich an meinen Blog denken muss.
Sollte ich diesen Beitrag veröffentlichen, wäre es der erste wirklich authentische Blogeintrag, wenn man das Blog als ein virtuelles Tagebuch betrachtet.
Es ist eine schöne Methode zu schreiben. Es gibt ein freieres Gefühl, wenn man die Möglichkeit hat etwas durchzustreichen, Randnotizen irgendwo hinschmieren, oder den Block einfach mal wegzulegen.
Man kann sich umsetzen, aus der Sonne in den Schatten.
All dieses wäre mit dem Laptop nicht möglich. Man kann sich zwar umsetzen, doch ewig blinkt der Mauszeiger auf der surrenden Maschine. Man blickt auf den Bildschirm, ist durch das Internet abgelenkt, oder schreibt den Beitrag einfach nur so runter. Was man löscht bleibt gelöscht und die Gedanken direkt auf dieser Maschine. Auf einem Block sind die Wörter geradezu haptisch wahrnehmbar, so dass man sich in das Geschriebene besser einfühlen kann.
Meine Gedanke und Blicke schweifen durch die Gegend. Wieder eine Möglichkeit, die ich sonst nicht wahrnehme. Normalerweise sitze ich in meinem Zimmer, wo ich nur mal aus dem Fenster blicke und die Bäume betrachte. Doch wende ich mich immer schnell dem Bildschirm wieder zu.
Old School zu schreiben bedeutet für mich Gedanken und Wahrnehmungen aufzuschreiben, ohne den ‚Veröffentlichen’-Button direkt vor mir zu sehen. Die Konzentration ist höher, die Aufmerksamkeit beim Schreiben größer.
Ich werde mich öfter in den Garten, in Parks oder in Cafés begeben, um einen wirklichen Unterschied festzustellen. Mir gefällt es gut.

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15. September 2010 | Gedanken | Kommentare: (0)