Krimiabend mit der Generation 50+

1 Kommentar

Und dann fragte ich mich: „Wie haben wir das bloß früher geschafft?“. Ein Filmabend mit der Generation 50+.

Zwei grandiose Kritiken der FAZ können doch nicht lügen. So könnte, muss man denken, wenn es sich um einen deutschen Krimi handelt. Also nimmt man dieses Filmhighlight zum Anlaß, der älteren Generation einen Besuch abzustatten.

Der Abend wird vorbereitet: Chips stehen bereit, das Bier ist kühl, der Hocker zum „Füße-drauf-legen“ ist platziert und ganz wichtig: Das Tuch über der Armlehne vom 10.000€ teuren Sofa ist bereit gelegt. Tacker, Tacker, Tacker. Auch die Stehlampe fabriziert nun das rechte Licht.

Der Film kann starten. Das Zimmer ist dunkel, der Kamin knistert.

weiterlesen

Lutsch’ ein Bonbon und ich sage dir wer du bist.

Keine Kommentare

Die besten Einfälle hat man meist beim Essen. Ich zumindest. Ich glaube, dass da irgendwelche tollen Stoffe im Gehirn freigesetzt werden, die einem das Denken erleichtern.

Gestern Abend saß ich mit ein paar Lutschbonbons gemütlich vor dem Fernseher. Nach und nach stopfte ich mir die leckeren Teile genüsslich in den Mund. Ebenso tat es ein Freund von mir. Ich beobachtete nicht mehr länger das unterhaltsame Fußballspiel, sondern nur noch das Lutsch- bzw. Kauverhalten der Menschen beim Bonbonessen.

Es gibt drei Kategorien:

Der Aggressor:

Er lutscht das Bonbon nur so lange, bis er es endlich durchbeißen und so schnell wie möglich hinunter schlingen kann. Dieser Typ hält nicht viel vom langen Genuss. Er geht die Dinge schnell an, bearbeitet sie fix und will alles schnellstmöglich abschließen. Quantität geht hier vor Qualität. Lieber zehn Dinge auf einmal angehen und direkt zermalmen, als sich auf eine Sache zu konzentrieren und sie bestmöglich zu Ende zu bringen.

Der Aggressor geht jedoch unbeirrt seinen Weg und lässt sich von nichts und niemandem aufhalten.

Der Unentschlossene:

Dieser Esstyp weiß nicht genau, wie er an die Sache herangehen soll. Zunächst lutscht er das Bonbon, dann will er zerbeißen, entscheidet sich dann aber schnell wieder anders und lutscht letztendlich die vielen Einzelteile im Mund auf.

Dieser Mensch schaut sich zunächst das Problem an und geht behutsam an die Sache heran. Doch hat er nicht sehr viel Ausdauer und bei der ersten Schwierigkeit fängt er an, seine klare Linie zu verlassen. Er ist öfter unausgeglichen und weiß nicht recht, wie es weitergehen soll. Findet er jedoch eine Lösung (diese darf auch von anderen Personen stammen) und auf seine Bahn zurück, behandelt er das Problem bis zum Schluss.

Der Genussmensch:

Der Genussmensch schaut erst einmal stundenlang in die Bonbontüte, um auch wirklich sicher zu gehen, dass er ein Bonbon erwischt, dass seinen Vorstellungen entspricht. Hat er das gewünschte Exemplar gefunden steckt er es sich langsam in den Mund und beginnt darauf herum zu lutschen. Sinnlich fährt er mit seiner Zunge über die Köstlichkeit und ist nun minutenlang mit sich und dem Bonbon beschäftigt. So macht er es mit allen Dingen. Er wählt weise, macht sich vorher einen Plan und fängt dann an, das Problem zu beheben. Er arbeitet konzentriert und genau. Wobei er immer etwas mehr Zeit braucht als seine Mitstreiter. Doch das Ergebnis ist das Beste. Der Genussmensch lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und verliert nie den Faden.

Von der Kunst, sich nicht selbst beschäftigen zu können

Keine Kommentare

Das Leben eines Jugendlichen (vielleicht auch schon eines älteren Menschen) scheint heutzutage sonderbar zu sein. Er steht irgendwann morgens auf und isst etwas. Danach weiß er nicht weiter. Auch wenn die Eltern zu Hause wären, würde man es keine zwanzig Minuten mit ihnen aushalten. Eltern wissen alles besser. Eltern erklären einem was. Also, Eltern sind blöd. Deshalb kommen diese zwei Menschen im Haus nicht in Frage etwas gegen die, und ich wiederhole mich da gerne, nach zwanzig Minuten einsetzende Langeweile zu unternehmen. Außerdem sieht man ja auch im Fernsehen, dass man mit den Eltern nicht redet, man nur mürrisch Antworten geben darf und sowieso.

Also fällt die erste Wahl auf den Computer. Der hat ja was zu bieten. Communitys, Chats und Seiten, wo man sich lustige Bilder und Videos ansehen kann. Da muss doch etwas dabei sein, was einen ablenkt. Nach einer knappen Stunde werden die Seiten aber langweilig, weil man sich durch alle durchgeklickt hat. Gelesen hat man nichts, da müsste man seinen Kopf anstrengen und es würde ja Zeit in Anspruch nehmen. Wie war das nochmal mit der Langeweile? Naja, egal. Auf jeden Fall hat nun der Jugendliche alle wichtigen Seite gesehen. Weiß, daß Jennifer nicht mehr mit Hanswurst zusammen ist. Schrecksekunde. Aber dann doch nicht so wichtig, man kannte die ja nur flüchtig.

Was bleibt ist der Chat. Die ICQ-Liste ist voll mit Personen die man (flüchtig) kennt. Also alle mal der Reihe nach mit „Hallo! Wie geht’s?“ bombardieren. Einer von ihnen wird einem ja wohl die Aufmerksamkeit geben, die man so gern möchte. Nach ein paar Minuten sind die Gespräche aber leider vorbei. Über ein „und sonst so?“ ist man nicht hinaus gekommen. Wieder gähnende Leere im Kopf und Langeweile. Was tut man in einer solchen Situation?

Bleibt doch noch ein Medium zur Rettung. Der Fernseher. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten. Für den Jugendlichen schrecklich. Er möchte Action. Es muss schnell und laut zugehen und ihn bestmöglich von seiner Unfähigkeit, Selbstständig irgendetwas zu machen, ablenken. Hat er etwas gefunden, gammelt er so lange vor der Glotze, bis ihm das auch wieder zu öde geworden ist und er wieder an den Computer geht.

Im Haus macht man dann noch einen kleinen Umweg, um ja nicht an dem Bücherregal vorbei zu kommen.

ICQ trötet wieder und der nächste Versuch sich abzulenken ist gekommen. Es werden abermals irgendwelche nichtssagende Gespräche geführt und vielleicht kommt es sogar einmal zu einer Verabredung.

Jackpot. Also auf zu diesem Menschen, dem es nicht anders ergeht wie einem selbst. Denn wie heißt es so schön: zusammen langweilen ist besser als alleine. (Und nachts ist es auch kälter als draußen)

Nun kann man zusammen auf dem Sofa gammeln und Fernsehen gucken. Bis zum Abend. Irgendwann geht man dann mal ins Bett. War ja ein anstrengender und erfüllter Tag.

Im Leben dieser Menschen muß ständig etwas los sein. Jeden Tag muß ein, in irgendeiner Art und Weise, kreativer Mensch sie bei der Hand nehmen, um mit ihnen etwas zu unternehmen. Ansonsten sieht der Tag so aus, wie oben beschrieben. Eintönig. Dumm. Langweilig.

Sie haben verlernt, oder es nie gelernt, sich selbst mit Dingen zu beschäftigen. Sich einer Sache anzunehmen und sich damit auseinander zu setzten. Schlimm und traurig zugleich.

Sein Leben so untätig zu verbringen, weil man einfach nicht weiß, was man mit sich selbst anfangen soll.

“Von der Kunst, sich nicht selbst beschäftigen zu können” wollte ich euch was erzählen. Habt ihr etwas darüber erfahren? Nein? Dann fragt einfach den nächsten Menschen, der euch mit den Worten: “Hey, wie geht es dir?” anspricht und danach kreativlos und wortlos darauf wartet, dass ihr ihn aus seinem anhaltenden Langeweileloch holt.

Benedikt möchte Bobob

1 Kommentar

Nachdem ich endlich fertig gebracht hatte das Pflichtprogramm zu absolvieren und Papa und Mama sagen konnte, wurde es Zeit sich den wichtigen Dingen des Lebens zuzuwenden. In meinem reichhaltigen Wortschatz war das Wort Bobob wohl das dritte erlernte. Ganz richtig ausgesprochen war es nicht, aber ich wusste, dass meine Eltern mich verstehen würden. Als gewitztes Kerlchen hatte ich es schnell raus, dass man danach süße Leckereien in den Mund gestopft bekam.

Als jüngstes Mitglied in der Familie hat man es etwas leichter seinen Willen zu bekommen. Und dieser bestand nun einmal aus Süßigkeiten.

Vor der Grundschule übernahmen meine Eltern die Grundversorgung.

Zur Fastenzeit erhielt man ein großes Marmeladenglas, wo man seine Bonbons aufbewahren sollte. Dieses füllte sich leider bei mir nicht so beständig, wie bei meinen Geschwistern.

Als endlich die Grundschulzeit kam und damit das erste Taschengeld, konnte ich selbst für den Bedarf sorgen. Erstes Schuljahr, also eine D-Mark. Unweit unserer Schule war ein kleiner Eckladen. Der Laden der Bonbonfrau. weiterlesen

Briefe schreiben

6 Kommentare

Briefe sind eigentlich etwas tolles. Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen Brief erhalte. Ein langer ausführlicher Brief wird nicht nur einmal gelesen. Als erstes überfliegt man ihn. Dann legt man sich ihn auf den Schreibtisch um ihn in Ruhe später genau zu studieren. Man heftet ihn ab und holt ihn bei der Beantwortung wieder hervor. Je nach Inhalt kann man einen Brief auch nach Wochen noch ein drittes oder viertes Mal lesen.

Ein Brief ist sehr viel ausführlicher und persönlicher als eine E-Mail oder ein Anruf. Man reflektiert die letzten Tagen und Wochen. Die Gedanken macht man sich vorher und schreibt sie dann erst nieder. Bei der Formulierung gibt man sich größte Mühe den zu beschreibenden Gedanken ausführlich auszuschmücken. Auf einen Brief antwortet man auch nicht sofort, nicht mal eben zwischen Tür und Angel. Man nimmt sich Zeit und steckt doch viel Mühe hinein.

Ein Brief ist rundum etwas tolles. weiterlesen

Völlig ohne Belang

1 Kommentar

Einfach einmal etwas schreiben, was belanglos, was vielleicht nutzlos, was nicht mitteilenswert ist. – Wer kennt nicht die Situation, das weiße Papier anzustarren und überhaupt keine Idee zu haben. Schüler erschrecken davor in einer Testaufgabe, Außendienstmitarbeiter finden keine zündende Idee für den Vierteljahresbericht, der Kreativarbeiter trinkt ein Wässerchen in der geistigen Dürre, der Zeitungsschreiber möchte an seinem Kommentar feilen, von dem noch kein Wort geschrieben ist.

Und dann rücken die Zeiger auf der Uhr weiter, in der Nachbarschaft wird schon fleißig etwas zu Papier gebracht, das letzte Wasser ist ausgetrunken, der Abgabetermin kommt immer näher. Die Gedankenleere erzeugt wortlose Nervosität, die sich individuell bis zur Panik steigert oder in stumpfe Starre umschlägt.

Manchmal ist der einzige Ausweg, die Finger auf die Tastatur zu legen und sie einfach ein paar Buchstaben schreiben zu lassen. Oft produzieren sie dann etwas völlig ohne Belang. Und das sieht jeder Leser den Schülerklausuren, den Außendienstberichten, den Werbesprüchen, Zeitungen und Internetbeiträgen — oft gar nicht an.

Old School

Keine Kommentare

Unterscheiden sich wohl Beiträge vom Schreib- und Denkstil, wenn man sie an anderen Orten und unter anderen Umständen schreibt?

Um dieser Frage nachzugehen wechsele ich einmal das gewohnte Schreibumfeld und begebe mich an einen belebten Platz. Der Campus einer Universität ist der Platz, an dem ich die ersten Worte schreibe.

Old School deshalb, weil ich keinen Schlepprechner auf den Knien habe, sondern einen Collegeblock und in meiner Hand einen Kulli.

Die Umgebung ist klasse. Hinter mir läuft eine kleine Veranstaltung und ringsum herrschen viele Gespräche junger Leute, die sich der Sonne schonungslos aussetzen. Es wird gegessen, gelesen, gearbeitet, gespielt, aber vor allem, und das wunderbar, viel geredet.

Die Gespräche über Marketing, das Essen, Programmierung und ganz triviale Themen lassen mich nachdenken. Ich genieße es für eine Weile alleine zu sein, verschiedene Stimmen zu hören und ein wenig zu dösen. Warum ich zu Stift und Papier gegriffen hab, um auf ein paar Zeilen meine Eindrücke nieder zu schreiben?

Ich weiß es nicht. Vielleicht lag es an einer Diskussion, um die Frage ob ein Notizbuch oder der Laptop besser geeignet ist, die Vorlesung mitzuschreiben.

Oder es lag an einem anderen Gespräch über die Internetkommunikationswege, bei der ich unweigerlich an meinen Blog denken muss.

Sollte ich diesen Beitrag veröffentlichen, wäre es der erste wirklich authentische Blogeintrag, wenn man das Blog als ein virtuelles Tagebuch betrachtet.

Es ist eine schöne Methode zu schreiben. Es gibt ein freieres Gefühl, wenn man die Möglichkeit hat etwas durchzustreichen, Randnotizen irgendwo hinschmieren, oder den Block einfach mal wegzulegen.

Man kann sich umsetzen, aus der Sonne in den Schatten.

All dieses wäre mit dem Laptop nicht möglich. Man kann sich zwar umsetzen, doch ewig blinkt der Mauszeiger auf der surrenden Maschine. Man blickt auf den Bildschirm, ist durch das Internet abgelenkt, oder schreibt den Beitrag einfach nur so runter. Was man löscht bleibt gelöscht und die Gedanken direkt auf dieser Maschine. Auf einem Block sind die Wörter geradezu haptisch wahrnehmbar, so dass man sich in das Geschriebene besser einfühlen kann.

Meine Gedanke und Blicke schweifen durch die Gegend. Wieder eine Möglichkeit, die ich sonst nicht wahrnehme. Normalerweise sitze ich in meinem Zimmer, wo ich nur mal aus dem Fenster blicke und die Bäume betrachte. Doch wende ich mich immer schnell dem Bildschirm wieder zu.

Old School zu schreiben bedeutet für mich Gedanken und Wahrnehmungen aufzuschreiben, ohne den ‚Veröffentlichen’-Button direkt vor mir zu sehen. Die Konzentration ist höher, die Aufmerksamkeit beim Schreiben größer.

Ich werde mich öfter in den Garten, in Parks oder in Cafés begeben, um einen wirklichen Unterschied festzustellen. Mir gefällt es gut.

Stressig

Keine Kommentare

Als ich heute über den Marktplatz schlenderte sagte der Currywurstfachverkäufer, dass heute ein wirklich stressiger Tag sei. Da nur ein Kunde vor seiner kleinen Bude stand wunderte ich mich etwas über diese Aussage, weil Herr Stress gar nicht anwesend war.

Meine Tour ging weiter und ich lies mich in einem Café nieder, um einen Karamellcappuccino zu mir zu nehmen. Am Nachbartisch hatten sich zwei Studentinnen breit gemacht und arbeiteten an ihren Manuskripten. Eigentlich war es sehr ruhig und ich konnte den Sonnenschein in vollen Zügen genießen, bis plötzlich eine von den Beiden rief: “Ach, dieses Studium ist so scheiß stressig und gleich schon wieder so’ne lahme Vorlesung.“ Zunächst wunderte ich mich etwas über die Wortwahl dieses hübschen Menschenkindes, aber gleich kam der Gedanke an den Currywurstbudenfachverkäufer wieder in mir auf. Zwei voneinander unabhängig lebende Menschen in völlig unterschiedlichen Positionen klagten über Stress in ihrem Tun!

Was bedeutet denn Stress, frage ich mich. Wenn einem etwas zu viel wird, klagen die meisten über Stress. Viele Arbeitsaufträge zur gleichen Zeit und der Angestellte klagt unter zu viel Stress bei der Arbeit. Stressig ist auch, wenn man mehrere Termine in seiner Freizeit wahrnehmen muss. Es ist egal, ob man sich diese gestressten Menschen am Vormittag bei der Arbeit oder am Abend ansieht. Sie klagen unter Stress, wenn ihrer Meinung nach nicht mehr alles locker seinen Gang gehen kann. Ist dies nicht der Fall klagen sie dann wiederum über Langeweile und Eintöne im Leben, aber das ist in anderes Thema. Das ist wohl ein Paradoxon, welches unglaubliche viele Menschen befällt, die irgendeiner geregelten Tätigkeit nachgehen. Wobei dieses, und dieser Einschub sei verziehen, gar nicht schwer aufzuklären ist, indem man eine gewagte These aufstellt: „Der Mensch beklagt sich einfach gerne.“.

Was ich mich gefragt habe ist, warum Menschen in solchen Situationen ihre eigene als stressig bezeichnen.

Es ist doch die Arbeit des Kochs viele verschiedene Gerichte auf einmal zu kochen. Er hat gelernt die Arbeiten zu koordinieren und auf seine Gehilfen zu verteilen. Es liegt zwar in seiner Verantwortung, viele Dinge auf einmal zu bearbeiten und das Essen zügig zum Gast zu bringen, aber hat er es denn im Laufe seiner Ausbildung nicht gelernt? Studenten wissen doch vorher, dass das Lernen an der Universität mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden ist und sie nicht nur Party machen können. Lektüren studieren, Hausarbeiten schreiben und für die Klausuren lernen. Für die alles haben sie sich, genau wie der Koch, vorher entschieden.

Sie führen ihre Tätigkeit aus, weil sie ihnen Spaß macht, weil sie davon leben, oder weil es sie interessiert. Es ist also ihre alltägliche Aufgabe unter den gegebenen Bedingungen zu arbeiten. Wieso empfinden sie die Arbeitsaufträge, die sie während dieser Zeit bekommen dann aber als Stress, oder als zu stressig?

Es ist zu einem Modewort mutiert. Alles was nur etwas mehr Arbeitsaufwand benötigt gilt als Stress.

Bleibt die Frage bestehen, wieso es jeder achtlos und bei der kleinsten Gelegenheit benutzt. Jemand muss einmal damit angefangen haben. Könnte sein, dass es ein Übertragungsfehler aus der englischen Sprache ist. In Amerika sprechen die Menschen häufig von „stress“. Dies Nachzuschlagen wäre mir aber momentan wohl einfach zu stressig.

Von der Wegwerfgesellschaft

2 Kommentare

Heute morgen erwachte ich in einem ansehnlichen Gebirge aus Müll. Nicht nur, dass sich in allen Ecken des Raumes PET-Flaschen angesammelt hatten, nein, auch allerlei halb aufgegessene Knabbereien mit den zugehörigen Tüten lagen herum. Aber damit noch nicht genug: auch Plastikbecher und Pizzaschachteln erfüllten den Raum mit dem Wohlduft einer durchzechten Nacht.

Während des –auf Grund offensichtlicher Faktoren erschwerten- Aufräumens, begann ich so, mir meine Gedanken zu machen, ob alles wirklich so sein muss. Schließlich sah ich mich gezwungen literweise zuckerhaltige Getränke aus halbvollen Flaschen zu entsorgen und musste ebenfalls vom Verzehr der Angebrochenen Knabbereien absehen.

Aber all dies ist ja nur die Spitze des Eisberges. Man erfährt persönlich, wie sehr wir doch in einer Wegwerf- und Verschwendungsgesellschaft leben, weil man prinzipiell noch essbare Lebensmittel wegwirft und sich in Bergen aus prinzipiell ja noch verwendbaren Aluminiumfolien wälzt. Die Gründe und Ursachen dieser Entwicklung, die sich wohl vor allem in den letzten 50 Jahren abgespielt haben, sind weitreichender als man glaubt.

Zunächst sind einmal die offensichtlichen Vorteile des Verpackungswahnes zu sehen, die vor allem in der Einfachheit bestehen, sich etwas Fertig abgepackt zu kaufen, und die Packung dann einfach achtlos fortzuwerfen. Auf diese Weise kann auch im Einzelhandel und wohl auch im Transportwesen – in dem wohl auch größere mengen an Verpackungsmaterial verbraucht werden – Arbeitsaufwand und Personal eingespart werden.

Ein weiterer Vorteil besteht für die Hersteller der Produkte selbst, die sich durch die Gestaltung ihrer Verpackungen von der Konkurrenz abheben können. Als Beispiel sei hier die typische Flaschenform der Coca-Cola genannt.

Doch neben diesen vordergründigen Vorteilen stellt das Auftreten von Einwegverpackungen einen Zentralen Aspekt unserer Wirtschaftsordnung heraus. Schließlich erzeugt die Verwendung von Einwegverpackungen einen hohen Beschäftigungsgewinn. Gerade in meinem Heimatlandkreis besteht eine hohe Dichte, sowohl an Betrieben, die Lebensmittel für den Verzehr aufbereiten und Verpacken, sowie an Betrieben der Kunststoffindustrie, die alles von Shampooflaschen bis Blumentöpfen herstellen. Ohne diese Betriebe, wäre das Wirtschaftsleben dieses Kreises nicht vorstellbar. Gerade dies zeigt eindrucksvoll auf, wie sehr die westliche Wirtschaft vom Konsum abhängig ist. weiterlesen

Nörgeln ist der Weg zum Ziel

1 Kommentar

Martin hat noch einmal über alles nachgedacht. Er will den anderen Blogger nicht so kampflos das Feld überlassen. Wieder durchsucht er die Top 100 der erfolgreichsten Blogs national und international, um ein Thema zu finden, was auch ihm entspricht.

Denn er hat trotz der herben Enttäuschung vom Turnhallenerlebnis eines gelernt: “Schreibe nur über die Themen, in denen du dich auskennst und magst.” Die vielen Bücher geben ihm das Gefühl nun sicherer mit der deutschen Sprache umgehen zu können. In der Schule hat er sich in Deutsch auch schon verbessert. Sein Satzbau ist strukturierter und seine Aufsätze besser zu lesen. Vorbei sind “Subjekt, Prädikat, Objekt”-Sätze. Martin hat nun auch was von Konjunktionen gehört und benutzt sie regelmäßig.

Im Feuilleton der Zeitung seines Vaters ist ihm ein Name aufgefallen, den er auch im Internet schon einmal gelesen hat. Martin überlegt: “Das ist einer, der es geschafft hat. Bloggt erfolgreich und schreibt sogar für so eine große Zeitung. Der verdient bestimmt reichlich Geld”. weiterlesen

Alte Beiträge