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Welcher Blogger kennt das nicht: Angst. In der letzten Zeit mehren sich bei mir Anfragen, was gegen die beunruhigende Angst des Bloggers und der Bloggerin getan werden kann. Die Angst tritt häufig auf, aber sie ist unspezifisch, richtet sich auf alles und nichts. An den meisten Tagen wird geäußert, daß Angst auftritt, nichts für das Blog geschrieben zu haben. Mehrmals wöchentlich tritt die Angst auf, keine Leser zu haben. Monatelang hält sich die Angst, keine Resonanz auf geschriebene Beiträge erhalten zu haben. Befürchtungen treten auf, generell im Leben zu versagen, sich zu verzetteln, Unnützes oder Lächerliches zu betreiben, einsam zu sein, keine Freunde zu haben oder Freunde zu verlieren. Körperliche Unruhe tritt auf, motorische Spannungen zeigen sich, Kopfschmerzen stellen sich ein. Das eigene Leben wird als angespannt empfunden. Entspannung wird nicht gefunden. Sorgen über künftiges Bloggerglück verstärken sich. Die Nervosität läßt sich nicht vertreiben und führt zu ständigen Konzentrationsstörungen. Alles und jedes hängt einem zum Halse heraus, eine Übererregbarkeit läßt auf jeden Außenreiz eine Reaktion folgen, die aber gleichzeitig mit dumpfer Benommenheit gekoppelt ist. Es kommt zum Schwitzen der Hände und des ganzen Körpers. Herzsausen wird gelegentlich zum Herzjagen, Herzklopfen führt zur Beschwerden in der gesamten Brust. Eine Panik wird nahe gefühlt. Atembeschwerden und Magenprobleme, Schmerzen im Oberbauch und Übelkeit, Schluckbeschwerden und Schwindel wechseln miteinander ab.
Ständige Furcht vor einem drohenden Verhängnis, die ständige Reizbarkeit und Angst vor Verlusten, Anfälle von Depression und plötzlichen Panikattacken – all das bündelt sich in einem generellen Angstgefühl: verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren, allein zu sein, abnormal zu sein und zu wirken, verlassen zu sein und keiner Ruhe zu finden. Die ständigen Angstgedanken werden übermächtig, erholsamer Schlaf wird unmöglich, Albträume regieren Nächte und Tage. Die Kontrolle ist entglitten.
Die Blogger leiden an einer generalisierten Angststörung, ihre Angst ist verselbständigt und frei flottierend. Die Störung beginnt meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Chronifizierungen sind nicht selten.
Wichtig ist aber, daß die betroffenen Personen wissen, daß sie nicht an einer bedrohlichen oder tödlichen Krankheit leiden. Sehr oft ist eine Blogpause bereits ein probates Therapeutikum. Während der Pause sollte ausreichend Schlaf gesucht und gefunden werden. Medikamentös sollte auf Humor in anfänglich niedriger Dosis (einschleichend verabreicht) gesetzt werden. Auch können verhaltenstherapeutische Gespräche mit interventionserfahrenen Mitbloggern als hilfreich empfunden werden.

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11. April 2011 | Allgemein

Ein Kommentar wurde geschrieben

  1. Angststörung sagt:

    Also ich habe ja schon vieles gelesen, aber eine generalisierte Angststörung wegen bzw. vor dem Bloggen?

    Gibts das wirklich?

    Gruß

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