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Gerüche gehören eigentlich mehr in die Küche, aber manchmal kann der schwache Mensch nicht widerstehen, Gerüchte zu kolportieren, weil es ihm so viel Spaß macht.

Aus der seit einiger Zeit über dem Münsteraner Aasee wabernden Gerüchteglocke wurde mir eine geisterhellende Neuigkeit zugetragen, die ich nicht verschweigen, aber auch nicht an die große Glocke binden kann.
Alle Gutmenschen und solche, die ernstlich friedvoll werden wollen, die eine Eintrittskarte zu ungefähr 16€ für eine Veranstaltung in der Halle Münsterland erworben haben, sollen nicht enttäuscht sein. Sie sollen sich durch Meditation und Atemholen darauf vorbereiten, in der Münsterlandhalle das Nichts vorzufinden, über das sie wortreich lächelnd belehrt werden wollten. Dieses personale Nichts, dessen Erfahrung so unendlich erfreulicher ist als die Erfahrung des christlichen Abendlandes mit seinem menschgewordenen Gott, soll dazu beitragen, daß die Gutmenschen ihre heftigen Täuschungsgefühle überwinden und im wahren Geist des Friedens und der Freude und der Gemeinsamkeit sich unendlich überlegen gut fühlen.
Nach bisher unbestätigten Gerüchten wird eine große Zahl exotisch gekleideter Mönche zur selbigen Zeit einen freiwilligen Arbeitsdienst im Clemenshospital ableisten. Besonders erfreut ist der 84jährige Willi aus A., der seit 14 Jahren gelähmt und sprachlos im Rollstuhl sitzt, daß er von dem tatkräftigen Oberhaupt der Mönche einen Tag lang um den Aasee gerollt werden wird. Auch die demente M. (96) aus der Sonnenstraße freut sich schon sehr darauf, daß ihr der Pilot des Privatjets, mit dem die Mönche aus dem Himalaya einfliegen, den Tag mit Anekdoten aus dem Leben des Yeti erbaulich gestalten wird.
Gänzlich unbestätigt bleibt die schwer zu widerlegende Behauptung, daß die Mönche aus dem Osten durch die Lektüre von Benedikt XVI. „Deus caritas est“ („Gott ist die Liebe“) zu ihrem Ortswechsel und Sinneswandel bewogen worden seien.

22. Februar 2010 | Dachbodenfund

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