Gewohnter Chinageruch

Wenn man zur Zeit seinen Kopf aus der Haustür streckt riecht es nach Sommer. Der Duft der blühenden Rosen ist angenehm. Das frisch gemähte Gras hat eine gar würzige Duftmarke zurückgelassen. Die Menschen aus dem Freibad riechen nach Chlor und am Abend, wenn die schwarzen Wolken den Himmeln verdunkeln, riecht es schwer nach einem Gewitter.

Dann begibt man sich wieder in das Haus. In seine gewohnte Umgebung und ist unberührt von der sensationellen Dunstwolke, die sich draußen vorrüberschiebt.

Im Haus arbeitet und spielt mit allerlei Gerät. Sie sind geruchslos. Denkt man zumindest.

Es gibt Stifte die nach Obst riechen, Bücher die wie „neu“ riechen und viele Gegenstände, die nach China riechen.

China ist ein Geruch, den man erst nicht zuordnen kann, ihn aber eigentlich immer und überall erriechen kann. Es handelt sich nicht um Reis oder gebratene Ente, sondern um diesen plastikindustiekohlenstoffneutral-Geruch, den man erschnüffelt, wenn man vorzugsweise an Gegenständen riecht, die Made in China sind.

Es ist ein noch nicht großartig beachteter Geruch, weil er normal ist. Jede Plastikhülle, DVD-Player oder Handy riecht so.

China ein Land mit enormer Industrie hat uns nicht nur billige Ware beschert, sondern auch den häufigsten Geruch, den unsere Nase untergejubelt bekommt. Den Chinageruch.

China hätte auch nach Blumen, nach frisch gemähtem Gras, nach Apfel, Zimt oder Birne riechen können. Es wurde aber ein Geruch entwickelt, an den sich jeder Mensch schnell gewöhnen kann. Den es sonst nicht gibt. Würden die Produkte aus China alle nach Zwiebel riechen wäre China bei vielen Menschen unten durch. China? Das Zwiebelland?

Man muss mal darauf achten. China riecht und zwar genau unter uns.





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