Was ordentlich ist, muss Hand und Fuß haben, sagt der Volksmund. Ein Tag kann man damit beginnen, dass man mit dem verkehrten Fuß aufsteht. Dabei scheinen linker und rechter Fuß gleichberechtigt zu sein. Bei den Händen sieht die Sache anders aus. Etwas abwertend sagt man zu einer leichten Aufgabe, dass sie sich mit links mache. Hierin scheint eine erhebliche Diskriminierung der linken Hand zu liegen.

Im Zeitalter der Gleichberechtigung und der Anti-Diskriminierung ist es daher sinnvoll, einen internationalen Gedenktag der Linkshänder zu begehen. Wer es noch nicht wusste, heute ist diese Tag. (Wer ruft eigentlich internationale Gedenktage aus? Die UNO? – gibt es eine geheime internationale Gedenktagskommission?)

Wie dem auch sei, es muss des Tages gedacht werden.

Linkshänder gibt es auf der ganzen Welt. Ohne den Anspruch zu stellen, wirklich empirisch gearbeitet zu haben, stelle ich fest, dass in den Vereinten Staaten von Nordamerika besonders viele Linkshänder vertreten sind, gefolgt vom United Kingdom. (Quelle: Unglaublich viele amerikanische Fernsehserien und sonstiger Fernsehkonsum)

Lange bevor in deutschen Schulen das Umtrainieren von Linkshändern auf die rechte Hand aufgegeben wurde, hat man bereits in den USA jedes Kind die Hand benutzen lassen, die es bevorzugte. So wurde seine Steuerung durch die beiden Gehirnhälften auch nicht ganz durcheinander gebracht. Frühzeitig erkannte man auch, dass Linkhändigkeit in manchen Sportarten einen Vorteil verschafft. Man denke beispielsweise an Tennis, Boxen, Tischtennis oder Fechten.

Die Versorgung der Linkshänder mit speziellen Gegenständen für die linke Hand ist allerdings noch nicht ausreichend. Füllfeder und Bastelscheren gibt es zwar schon, die auch gut mit der linken Hand bedient werden können. Aber in so manchem Beruf fehlt es immer noch an speziellem Zubehör. Ob zum Beispiel für einen Linkshänder die Tastatur des Keyboards spiegelverkehrt besser wäre, ist sicher noch nicht ganz erforscht. So gibt es noch viele Aufgaben für die internationale Linkshänderforschung. Aufgaben, die jeder seriöse Erforscher des Linkshändertums mit Hand und Fuß angehen sollte.

Zum Schluss erhebt sich die Forderung, dass am internationalen Gedenktags des Linkshänders jeder Rechtshänder gesetzlich verpflichtet werden sollte 66 Minuten Hand mit der linken Hand zu arbeiten, schreiben, dirigieren oder was sonst seine Hauptbeschäftigung ausmacht.

Die Zeiten der Diskriminierung müssen unverzüglich beendet werden. Hauptziel für die Zukunft ist, dass der internationale Linkshändertag überflüssig geworden ist.

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13. August 2010 | Gedanken

4 Kommentare wurden geschrieben

  1. pasQualle sagt:

    Hast du die Simpsons als eine der unglaublich viele US-Serien gemeint? Weil in Springfield sind die meisten Charaktere Linkshänder.

  2. juliaL49 sagt:

    Zu deiner Empirik kann ich noch hinzufügen, dass mir in der Schule beim England-Austausch aufgefallen ist, dass dort etwa 20% Linkshänder sind, während es bei mir in der Schule etwa 1 pro 20 war :-)

    Aber das Umgewöhnen ist echt schlimm gewesen. Ich kenne das von einem Onkel und einer Tante und (nicht Geschwister), die haben heute noch Probleme. Mein Bruder dagegen könnte nicht mal eine Tasse mit rechts halten :-)

  3. Benedikt sagt:

    Die Simpsons haben ja noch einmal ein Tag für sich. Den internationalen 4-Fingertag.

  4. Logopäde sagt:

    3 Tage zu spät; der Hälfte meiner Familie habe ich heute dann noch gratuliert.

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