Im Westen nichts Kritisches

Um die kritischen Blogs und deren Besitzer zu treffen musste ich vor ein paar Wochen rund 500 Kilometer quer durch das Land zur re:publica reisen. Aus meinem ländlichen und beschaulichen Örtchen heraus, in die schnelllebige Großstadt. Bei dem Treffen in Berlin waren fast alle einer Meinung. Onlinejournalismus ist die Zukunft. Je mehr kritische Meinungen desto mehr wird die „kritische Masse“ wahrgenommen. Jeder soll seine Meinung klar vertreten und sagen dürfen, was er zu diesem und jenem weltpolitschen Thema denkt. Die Forderung war, dass Bolgger verstärkt auch von den Printmedien eingesetzt werden sollen. Als Bezugsquelle oder Informationsstation. Bolgger erheben nach und nach den Anspruch qualitativ hochwertig zu sein. Blog sind keine privaten Tagebücher mehr. Sie sind wissenschaftliche Quellen, die ernst genommen werden wollen.

Im Osten befindet sich das kritische Zentrum der Bundesrepublik. Die Berliner Bloggerszene ist riesig. Kaum eine Straße, wo nicht jemand wohnt, der seine kritischen Gedanken zu Deutschland und der Welt virtuell publiziert. Die Konzentration von Bloggern ist im Osten viel höher als im Westen. Dort befindet sich quasi der Mittelpunkt der Kritik. Der Menschen, die wissen, wie es eigentlich abzulaufen hat. Die sich täglich stundenlang mit den Problemen auseinander setzten und versuchen eine Lösung auf den Bildschirm zu zaubern. Sie sind keinesfalls ausgebildete Journalisten. Nicht jeder studiert. Manche sind wortgewandter, manche sagen ihre Meinung mit gewöhnlichen Worten heraus. Eines jedoch haben sie gemein, sie wollen kritisch sein.

Ich müsste eine Stunde lang mit dem Auto südlich fahren, um die nächsten mir bekannten Blogger zu treffen. In Berlin dagegen wohnt der Zeitungskritikblogger neben dem Wissenschaftsblogger. Meist wohnt oben noch der kleine Eigenemeinungsvertreter.

Dort werden knallhart Zeitungsenten kritisch hinausgebrüllt. Und wer hat sonst was kritisches zu sagen?





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