Zum dritten Mal bin ich Jigsaw begegnet

Auf der Leinwand, vorhin im Kino.

Da ich ein Typ bin, der unbedingt die nächsten Teile solcher Filme gucken muss, wollte ich mir den dritten Teil von Saw nun auch noch antun. Und auch die schon angekündigten Teile 4 und 5 werde ich schauen, keine Frage.

Jigsaw ist also zurück und quält wieder seine Opfer, oder nein, er spielt Spiele mit ihnen. Diesmal mit seiner Assistentin Amanda, welche schon im letzten Teil vorgestellt wurde.

Und genau dort, wo Saw II endete, beginnt Saw III. Im Keller eines alten Gebäudes, dunkel und mit einer unheimliche Atmosphäre behangen.

Doch das, was dort passiert ist schnell erzählt. Der Polizist, der gefangen genommen wurde, sitzt dort angekettet im Keller, den man wiederrum in Saw I gesehen hat, und hakt sich seinen Fuß ab.

Damit endet der Vorspann und beginnt der eigentliche Film.

Der an einem Tumor leidende Jigsaw hat Amanda als Nachfolgerin bestimmt und will im dritten Teil prüfen, ob sie diese Prüfung erfolgreich abschließt. Die Opfer sind diesmal in zwei Handlungen unterteilt.

Lynn ist scheinbar eine wirklich sehr gute Ärztin, hat aber ein Problem mit Medikamenten. Sie ist das Objekt der Begierde des Spielleiters. Amanda kidnappt und verschleppt sie in das düster und grausame Labor Jigsaws, denn dort liegt er auf seinem Krankenbett und verfällt zunehmend. Ihre Aufgabe ist es, ihn zu heilen und nicht sterben zu lassen. Kleiner Haken dabei ist es, dass sie ein Gerät um ihren Hals trägt, welches ein paar Kugeln durch ihren Kopf schickt, falls sein Herz aufhört zu schlagen.

Er muss nämlich am Leben bleiben, da in seinem Haus wieder einmal eine Person ein paar Tests durchmacht. Wie er sagt, der letzte Test.

Diese Person ist Jeff, ein Vater der durch einen tragischen Autounfall seinen Sohn verloren hat und seit diesem Tage nur noch an Rache denkt. Er begegnet in mehreren Situationen Menschen, die auf irgendeine Art und Weise, an diesem Unfall beteiligt waren.

Sei es die einzige Augenzeugin, die aber nicht gehandelt hat, oder der Richter, der dem Täter nur sechs Monate gab, order letztendlich der Verursacher selber.

Diese Test sollen prüfen, ob Jeff vergeben kann. Er hat die Macht, diese Menschen zu retten, oder sterben zu lassen…

Im dritten Teil von Saw wird einiges erklärt und dem Zuschauer von I und II erläutert. Durch die doch recht geschickte Verkettung der beiden Handlungsstränge wird die Spannung bis zum Schluss erhalten. Allerdings sind die Schnitte, meiner Meinung nach, zu drastisch und hektisch. Ebenso sind die Handlungen an für sich etwas langweilig.

Atmosphäre und Requisiten sind wirklich 1a, wobei das Kunstblut wohl diesmal etwas zuviel vorhanden war.

Jede Menge Blut, Todesspiele und Schreckszenen sind zwar schön und gut und machen den Film auch interessant für den Horrorfans, aber es wirkt fast schon überladen. Hier noch eine Szene und da kann noch einer erstickt werden. Das ganze wirkt nicht mehr so beklemmend und atemraubend wie Saw I.

Vor allem wirkte die Szene mit der medizinischen Behandlung Jigsaws, bei der ihm mit Hilfe eines Bohrers und einem Winkelschleifer die Schädeldecke geöffnet wird, sonderbar. Dabei wird zunächst ein viel zu großes stück der Kopfhaut entfernt und anschließend eine Bohrung ohne genaue Kontrolle der Bohrtiefe vorgenommen. Auch die Konsistenz des Schädelknochens wirkt zu hart; ein lebender Knochen ist etwa so weich wie Sandstein. Anschließend wird auch die Hirnhaut entfernt. Dies ist jedoch bei dieser Art von Operation weder notwendig, noch sinnvoll. Durch die Entfernung der Hirnhaut bzw. auch schon durch ihre Beschädigung gelangen nämlich Bakterien ins Gehirn, die dort leicht zu einer Sepsis führen, die auch relativ schnell eintritt. Da Jigsaws Ärztin “die Beste” ist, sollte sie eigentlich Bescheid wissen…

Auch die Szene mit der Säure ist zumindest fragwürdig. In einer Säure, die Edelstahlschlüssel mit Gasentwicklung zu oxidiert, bekommt man es beim besten Willen nicht mehr hin, die Hand zu einer koordinierten Bewegung zu bringen, allein schon wegen der durch die angegriffenen Nervenbahnen zuckenden Muskulatur.

Ebenso die Szene im Kühlhaus wirkt unrealistisch. Zwar kann sich ein derart dicker Eispanzer bilden, jedoch nicht auf den Atemwegen, da diese ja selbst bei leichter Ohnmacht noch durch Reflexe freigehalten werden. Es ist erwiesen, dass ein erwachsener Mensch guter Konstitution, wenn er bei -4°C Wassertemperatur in ein Eisloch fällt noch bis zu einer halben Stunde überlebt, wenn er nicht in Panik gerät bzw. ertrinkt die Körperkerntemperatur sinkt für gewönlich vor dem Tod auf bis zu 27°C manchmal sogar weniger (weiß man noch aus den KZ). Außerdem wurde bei der panischen Frau die Bewusstseinseintrübung (Kälteidiotie) (die sicher lustig gewesen wäre) weggelassen. Sie wechselt direkt von Panik zu Ohnmacht bzw. Tod.

Also entweder tut man das unter künsterlischer Freiheit ab, oder “so relaistisch sind solche Filme nie”, oder man denkt sich: “hm, vielleicht wollten die Macher doch ein wenig zuviel”. Also für “Fachidioten” sind solche Filme wohl ein Graus, doch der Laie macht sich vielleicht kaum Gedanken darum.

Wie es auch sei, Fans von Horrorfilmen würde ich raten, sich den Film anzuschauen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Wer Saw I und II schon gesehen hat, sollte sich als Ergänzung den dritten Teil auch noch einmal anschauen.

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1 Kommentar

  • 1.
    Jigsaw
    schrieb am 2nd Februar 2007 um 14:29 :

    Mit den drei Szenen hast du recht. So habe ich das nicht wirklich gesehen. Gute Analyse. Ich fand den Film dennoch sehr gut, weil die Filme einfach schon Kult sind.

    Die Entwicklung der Handlungen fand ich sehr geil und von Schockszenen gabs genung.

    Gruß Tim.

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