KeinOHRhasen

7. Januar 2008

Nun war es mal wieder soweit ins Kino zu gehen. Dieser Film wurde mir schon vorher von mehreren Seiten, als ein total toller und romantischer Film zum “hmmmhmm machen” angepriesen. Da ich mich an der Kinokasse nicht für “Alvin und die Chipmunks” durchsetzen konnte, mal abgesehen davon, dass der gar nicht lief, sahen wir also “KeinOHRhasen”.

Das Kino war trotz der dritten Spielwoche bis oben hin voll, so dass man mit den vorderen Plätzen vorlieb nehmen musste. Aber auch von dort hatte man eine gute Sicht und bekam keine Nackenstarre, wie in manch anderen Kinos dieser Erde.

Der Film fängt mit einer Szene an, bei der ich immer noch nicht weiß, was diese eigentlich zu bedeuten hatte. Vielleicht erstmal ein böser, großer Schlag gegen die böse, große Boulevardpresse.

Reporter Ludo führen mit Paparazzo Moritz ein Interview mit Jürgen Vogel, der sich äußerlich und innerlich sehr verändert hat. Weiße Zähne, blonde lange Haare und aufgepumpten Po. Das sind die Schlagzeilen der Zeitung „Blatt“ für die, diese beiden Herren arbeiten, so produzieren. Später stellt sich heraus, dass der Vogel immer noch so aussieht wie früher.

Reingefallen, Ätschibätsch!

Die eigentliche Handlung ist recht schnell erzählt, weil man sie schon oft und fast genau so gesehen hat.

Der Reporter Ludo hat den Auftrag erhalten, exklusive Bilder von der Verlobungsfeier Yvonne Catterfelds mit Wladimir Klitschko zu machen. Da sie nicht einfach in den Raum hereinspazieren können, müssen sie einen Umweg auf das Glasdach unternehmen. Zwischenzeitlich hat Ludo mal eben die Masseuse klar gemacht, was ihm bei dem Betrachter direkt das Bild eines Frauenheld und sich selbst liebenden Macho einbringt. So soll es auch sein.

Also sind sie dort oben auf dem Glas und wie durch Zufall bricht es nachdem Ludo darauf herum springt.

Er stürzt hinab, genau vor die Füße des Paares und ein wenige Filmsekunden später ist er auf 300 Sozialstunden in einem Kinderhort verdonnert.

Dort lernt er Anna kennen, das hässliche Entlein dieser Romantik-Komödie. Diese begegnet ihm in einer Katzen-Strickjacke und fetter Brille und kann sich noch gut an ihn aus Grundschulzeiten erinnern.

Dann beginnt das typische an diesen Filmen. Er lässt die Macho Sprüche los und mag die Kinder nicht. Sie ist auch angewidert von ihm und will ihn am liebsten wieder los werden.

Irgendwann taucht sie dann betrunken bei ihm auf und sie landen im Bett. Sie verliebt sich in ihn. Er hat erst einmal weiter Spaß mit anderen Tussen. Dann fühlt er sich auch genau so hingezogen zu ihr, doch sie ist schon wieder bei einem Anderen, weil er ihre Gefühle verletzt hat.

Ab hier beginnt der Herzschmerz-Faktor, obwohl man eigentlich weiß, dass am Ende sowieso alles gut ausgehen wird. Das tut es auch.

Warum ist dieser Film also so toll? Die Handlung plätschert so dahin, vorhersehbar und vorher bekannt aus 1001 Romantik-Komödie. Es kann nicht an Macho Tills nuscheliger Aussprache liegen oder nur daran, weil Nora Tschirner einmal nackt durchs Bild hoppst.

Witz, Poenten, Ironie und Tempo kommen in den ersten 60 Minuten auf. Schlag auf Schlag kommen die Gags zum Zuschauer und werden wunderbar angenommen. Bei einigen Szenen konnte man sich wirklich kaputt lachen. Auch die niedlichen Kinder im Hort trugen zum Knuddel-Faktor im Film bei und die Jüngste im Hause Schweiger macht vor der Kamera eine gute Figur, die man am liebsten auch zuhause hätte.

Gastauftritte diverser deutscher Stars sind ein netter Nebenfaktor und verderben den Film zum Glück auch nicht, wie es in anderen deutschen Komödien vorgekommen ist.

Es sind wohl die Einzelszenen die den Gesamtfilm amüsant und interessant machen. Wie zum Beispiel ein erster Annäherungsversuch Annas, als sie ihre Entschuldigung vom Zettel abliest, oder eine Cheyenne Blue erklärt warum die Kinder von Promis nicht Hans heißen dürfen. Leider harmonieren die beiden Hauptakteure nicht perfekt. Aber vielleicht macht das den Film gerade wieder so nett.

Am Rande bemerkt ist der Ton im Film auch schön anzuhören und da dieser bekanntlich die Musik macht ..

Negativ zu notieren wäre, dass der Film nach einer Stunde stark an Fahrt und Witz verliert und nur noch so vor sich hin plätschert, bis er dann zum Schluß hin, wieder etwas anzieht.

¬ geschrieben von Benedikt in Generell

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3 Kommentare zu ‘KeinOHRhasen’

  1. Ricarda sagte am 7. Januar 2008 um 17:44 Uhr:

    irgendwie hört die kritik mitten im satz auf… bei mir zumindest ….

  2. Benedikt sagte am 7. Januar 2008 um 17:58 Uhr:

    Oh, das war nicht gewollt. :)

  3. ..::magdeblog::.. sagte am 10. Januar 2008 um 00:01 Uhr:

    kein messias der deutschen filmkultur ins sicht!…

    so schön die deutsche filmproduktion “keinohrhasen” auch sein mag, ist er in meinen augen nicht der erwartete erretter der deutschen filmkultur

    denn ein film der nur auf grund populistischer-propagandaarbeit (musikvideos, filmwerbung, mak…

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