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Auch Sie sind sicher der Ansicht, daß eine gute Kommunikation wichtig ist. Das stimmt. Nichts ist wichtiger, als sich zu verstehen, sich gut zu verstehen. Daher sollte auch alles unternommen werden, das gute Gelingen der Kommunikation zu fördern. Es sollte auch allen Menschen ein Herzensanliegen sein, eine noch nicht gute Kommunikation zu verbessern.

So habe ich in letzter Zeit auch mein Augenmerk auf die Förderung der zwischenmenschlichen Kommunikationsverbesserung gelegt. Dabei fiel auch auf, wie wenig die Wissenschaft bisher ihr Interesse auf die Satzendungen gelegt hat. Auch die Abtönungspartikel sind bisher nicht in dem Maß gewürdigt worden, wie es wünschenswert erscheinen möchte.

Beginnen wir unsere Betrachtung einleitend mit dem historischen Gebrauch kommunikationsverbessernder und kommunikationsverbindender Satzenden, so stellen wir fest, daß das Satzende kommunikativ auch immer schon zur Förderung der Einvernehmlichkeit gebraucht worden ist. In der deutschen Sprache findet sich hier an erster Stelle: „nicht wahr“. Die Engländer bevorzugen: „isn’t it“ oder „aren’t they“. Die Franzosen haben sich zu „n’est-ce pas“ entschlossen. Auch andere Sprachen kennen das, können hier aber nicht alle erwähnt werden.

Lokales Kolorit und mithin größere Vertrautheit der Kommunikationsteilnehmer zeigt das nachgestellt „gell“, oftmals auch zu „gelle“ erweitert. Es wurde national in letzter Zeit durch das ebenfalls Übereinkunft herstellende „ne“ im Gebrauch übertroffen, wobei allerdings die Theorie der unterschichtenspezifischen Herkunft noch nicht verifiziert worden ist.

Im Gegensatz zur landläufigen Auffassung vom diskonnektiven Gebrauch des Schweizer „oder“ muß auch deutlich gesagt werden, daß auch „oder“ mehr verbindend als kommunikationstrennend aufzufassen ist. Der Schweizer an sich erwartet nach dem Gebrauch von „oder“ am Satzende von seinem Kommunikationspartner ein bestätigendes Kopfnicken und keine Äußerung einer abweichenden Meinung.

Vermehrt findet sich in Deutschland in letzter Zeit der inflationäre Gebrauch von „ja“. Dieses „ja“ wird nicht als Abtönungspartikel im Satzinneren, sondern als heftig Übereinkunft einfordernder Kommunikationskonnektor am Satzende benutzt. Kaum noch hört man einen Satz ohne das angehängte „ja“, bei dem aus soziokommunikativen Gründen die Stimme des Sprechers etwas angehoben wird. Durch den übermäßigen Gebrauch klingt „ja“ entwertet, ja billig, was für die Kommunikationsförderung nicht gerade recht ist.

Daher machen wir den Gebrauch eines neuen Kommunikationskonnektors zur Regel. Hängen Sie bitte zukünftig anstelle „ja“ (veraltet) ein „auch“ (neu) an. Dann klappt das auch wieder besser mit der Kommunikation. Sie werden sehen, welchen Spaß die verbesserte und völlig moderne Kommunikationsstruktur macht, auch.

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31. März 2011 | Gedanken

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