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Die besten Einfälle hat man meist beim Essen. Ich zumindest. Ich glaube, dass da irgendwelche tollen Stoffe im Gehirn freigesetzt werden, die einem das Denken erleichtern.
Gestern Abend saß ich mit ein paar Lutschbonbons gemütlich vor dem Fernseher. Nach und nach stopfte ich mir die leckeren Teile genüsslich in den Mund. Ebenso tat es ein Freund von mir. Ich beobachtete nicht mehr länger das unterhaltsame Fußballspiel, sondern nur noch das Lutsch- bzw. Kauverhalten der Menschen beim Bonbonessen.

Es gibt drei Kategorien:

Der Aggressor:
Er lutscht das Bonbon nur so lange, bis er es endlich durchbeißen und so schnell wie möglich hinunter schlingen kann. Dieser Typ hält nicht viel vom langen Genuss. Er geht die Dinge schnell an, bearbeitet sie fix und will alles schnellstmöglich abschließen. Quantität geht hier vor Qualität. Lieber zehn Dinge auf einmal angehen und direkt zermalmen, als sich auf eine Sache zu konzentrieren und sie bestmöglich zu Ende zu bringen.
Der Aggressor geht jedoch unbeirrt seinen Weg und lässt sich von nichts und niemandem aufhalten.

Der Unentschlossene:
Dieser Esstyp weiß nicht genau, wie er an die Sache herangehen soll. Zunächst lutscht er das Bonbon, dann will er zerbeißen, entscheidet sich dann aber schnell wieder anders und lutscht letztendlich die vielen Einzelteile im Mund auf.
Dieser Mensch schaut sich zunächst das Problem an und geht behutsam an die Sache heran. Doch hat er nicht sehr viel Ausdauer und bei der ersten Schwierigkeit fängt er an, seine klare Linie zu verlassen. Er ist öfter unausgeglichen und weiß nicht recht, wie es weitergehen soll. Findet er jedoch eine Lösung (diese darf auch von anderen Personen stammen) und auf seine Bahn zurück, behandelt er das Problem bis zum Schluss.

Der Genussmensch:
Der Genussmensch schaut erst einmal stundenlang in die Bonbontüte, um auch wirklich sicher zu gehen, dass er ein Bonbon erwischt, dass seinen Vorstellungen entspricht. Hat er das gewünschte Exemplar gefunden steckt er es sich langsam in den Mund und beginnt darauf herum zu lutschen. Sinnlich fährt er mit seiner Zunge über die Köstlichkeit und ist nun minutenlang mit sich und dem Bonbon beschäftigt. So macht er es mit allen Dingen. Er wählt weise, macht sich vorher einen Plan und fängt dann an, das Problem zu beheben. Er arbeitet konzentriert und genau. Wobei er immer etwas mehr Zeit braucht als seine Mitstreiter. Doch das Ergebnis ist das Beste. Der Genussmensch lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und verliert nie den Faden.

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24. November 2010 | Allgemein Gedanken

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