Zur StartseiteWordpress Themes Über mich Kontakt

Martin hat noch einmal über alles nachgedacht. Er will den anderen Blogger nicht so kampflos das Feld überlassen. Wieder durchsucht er die Top 100 der erfolgreichsten Blogs national und international, um ein Thema zu finden, was auch ihm entspricht.
Denn er hat trotz der herben Enttäuschung vom Turnhallenerlebnis eines gelernt: “Schreibe nur über die Themen, in denen du dich auskennst und magst.” Die vielen Bücher geben ihm das Gefühl nun sicherer mit der deutschen Sprache umgehen zu können. In der Schule hat er sich in Deutsch auch schon verbessert. Sein Satzbau ist strukturierter und seine Aufsätze besser zu lesen. Vorbei sind “Subjekt, Prädikat, Objekt”-Sätze. Martin hat nun auch was von Konjunktionen gehört und benutzt sie regelmäßig.
Im Feuilleton der Zeitung seines Vaters ist ihm ein Name aufgefallen, den er auch im Internet schon einmal gelesen hat. Martin überlegt: “Das ist einer, der es geschafft hat. Bloggt erfolgreich und schreibt sogar für so eine große Zeitung. Der verdient bestimmt reichlich Geld”.
Da Martin des Lesens mächtig ist und auch gerne mal etwas liest, nimmt er sich die zahlreichen Kommentare vor, um vielleicht so an eine Lösung zu kommen, ein guter Blogger zu werden.
Einer der Leser schreibt: “Ich kann es kaum glauben, wie man durch’s bloße herumnörgeln und kritisieren so viele Fans haben kann wie sie!”. Dieser Kommentar war ironisch gemeint, aber man kann von Martin nicht verlangen, dass er dies versteht.
Unser lieber Freund denkt nun laut nach: “Mama sagt immer, dass ich eines gut kann: Herumnörgeln. Wieso sollte ich also nicht auch öffentlich über Dinge schreiben, die mir nicht gefallen? Ich schaue einfach einmal die Tagesschau und nehme mir dort ein Thema heraus und kritisiere den Standpunkt der Massen. Dagegen sein ist immer gut. Vielleicht dieses Rassismus-Ding. Zwar stören mich auch manchmal einige Ausländer in der Schule, wenn sie mir meine Zigaretten wegnehmen, oder sie mit den Worten “Scheiß Deutsche” einen meiner Mitschüler verhauen, aber sie werden einfach nur falsch verstanden. Da ist die Politik dran Schuld.” Martin ist in voller Fahrt. Der erster Artikel seines neuen Blogs. Das Hintergrundwissen und nötige Argumentationsstruktur sind zwar sehr wackelig und teilweise nicht vorhanden, doch kommt am Ende seiner Schreibwut ein zweiseitiger Artikel über Ausländerfeindlichkeit in Deutschland heraus. Politisch will Martin sich jetzt sehr weit links orientieren. Zwar muss er dazu noch die Parteiprogramme von denen lesen, aber dann weiß er Bescheid.
Sein Text ist als Geschichte geschrieben. Eine beleuchtet die Situation eines Ausländern, der nach Martins Meinung, eine schwere Zeit in Deutschland hat, woran die aktuelle Regierung Schuld ist.
Nachdem er seinen Text noch einmal gelesen hat kommen ihm schon die nächsten Beiträge in den Sinn. “Kritik an der bestehenden Regierung” “Warum verteidigen wir das Grundgesetz in Deutschland?” “Warum alle Rechten doof sind.”
“Immer dort wo es weh tut. Da muss ich ran. Skandale, die keine Sau interessieren. Man muss sie nur richtig formulieren können, dann wird das was. Fehler der Großen aufdecken. Das ist es, was ich jetzt machen muss.”
, sagt sich Martin freudig und ist schon dabei einen Titel für sein neues Blog zu formulieren. “criticizer!” Ein toller Titel.
Der Webspace ist noch in Martins Besitzt und die Domain schnell bestellt. WordPress ist schon soweit konfiguriert und ein seriöses Theme installiert. “Das muss, wenn man jetzt ganz ernst sein will”, findet Martin.
Nach 24 Stunden ist sein erster Beitrag veröffentlicht. Friedlich legt sich Martin in sein Bett und kann den nächsten Morgen und die damit verbundenen Glückwünsche zu seinem neuen, großartigen Blog kaum abwarten.

Tweet

8. September 2010 | Gedanken

Ein Kommentar wurde geschrieben

  1. juliaL49 sagt:

    Boah, du machst es aber spannend! Hoffentlich gibt es die Fortsetzung morgen :-)

    Das ist übrigens eine fantastische Idee für eine Serie!

Schreibe einen Kommentar