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Unterscheiden sich wohl Beiträge vom Schreib- und Denkstil, wenn man sie an anderen Orten und unter anderen Umständen schreibt?
Um dieser Frage nachzugehen wechsele ich einmal das gewohnte Schreibumfeld und begebe mich an einen belebten Platz. Der Campus einer Universität ist der Platz, an dem ich die ersten Worte schreibe.
Old School deshalb, weil ich keinen Schlepprechner auf den Knien habe, sondern einen Collegeblock und in meiner Hand einen Kulli.
Die Umgebung ist klasse. Hinter mir läuft eine kleine Veranstaltung und ringsum herrschen viele Gespräche junger Leute, die sich der Sonne schonungslos aussetzen. Es wird gegessen, gelesen, gearbeitet, gespielt, aber vor allem, und das wunderbar, viel geredet.
Die Gespräche über Marketing, das Essen, Programmierung und ganz triviale Themen lassen mich nachdenken. Ich genieße es für eine Weile alleine zu sein, verschiedene Stimmen zu hören und ein wenig zu dösen. Warum ich zu Stift und Papier gegriffen hab, um auf ein paar Zeilen meine Eindrücke nieder zu schreiben?
Ich weiß es nicht. Vielleicht lag es an einer Diskussion, um die Frage ob ein Notizbuch oder der Laptop besser geeignet ist, die Vorlesung mitzuschreiben.
Oder es lag an einem anderen Gespräch über die Internetkommunikationswege, bei der ich unweigerlich an meinen Blog denken muss.
Sollte ich diesen Beitrag veröffentlichen, wäre es der erste wirklich authentische Blogeintrag, wenn man das Blog als ein virtuelles Tagebuch betrachtet.
Es ist eine schöne Methode zu schreiben. Es gibt ein freieres Gefühl, wenn man die Möglichkeit hat etwas durchzustreichen, Randnotizen irgendwo hinschmieren, oder den Block einfach mal wegzulegen.
Man kann sich umsetzen, aus der Sonne in den Schatten.
All dieses wäre mit dem Laptop nicht möglich. Man kann sich zwar umsetzen, doch ewig blinkt der Mauszeiger auf der surrenden Maschine. Man blickt auf den Bildschirm, ist durch das Internet abgelenkt, oder schreibt den Beitrag einfach nur so runter. Was man löscht bleibt gelöscht und die Gedanken direkt auf dieser Maschine. Auf einem Block sind die Wörter geradezu haptisch wahrnehmbar, so dass man sich in das Geschriebene besser einfühlen kann.
Meine Gedanke und Blicke schweifen durch die Gegend. Wieder eine Möglichkeit, die ich sonst nicht wahrnehme. Normalerweise sitze ich in meinem Zimmer, wo ich nur mal aus dem Fenster blicke und die Bäume betrachte. Doch wende ich mich immer schnell dem Bildschirm wieder zu.
Old School zu schreiben bedeutet für mich Gedanken und Wahrnehmungen aufzuschreiben, ohne den ‚Veröffentlichen’-Button direkt vor mir zu sehen. Die Konzentration ist höher, die Aufmerksamkeit beim Schreiben größer.
Ich werde mich öfter in den Garten, in Parks oder in Cafés begeben, um einen wirklichen Unterschied festzustellen. Mir gefällt es gut.

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15. September 2010 | Gedanken

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