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Es gibt Worte zum Kotzen. Professionell ist zum Kotzen. Was heißt professionell? An der Universität Heidelberg kann man lernen, sich professionell zu bewerben. Soll das heißen, daß man es richtig machen soll beim Bewerben oder soll man das berufsmäßige Bewerben erlernen? Es heißt, Sexarbeiterinnen müßten Prostitution professionell betreiben. Würde irgend jemand anderer Auffassung sein, daß ein Beruf ein Beruf ist, auch wenn vom ältesten Gewerbe geredet wird? Berufsmäßige Unzucht. Wir realisieren professionelle Automatisierungslösungen. Ja, ist das nicht die Aufgabe von Fachleuten, ihre Arbeit fachgerecht zu betreiben? Professioneller Internetauftritt – nein, lieber von der Kindergartengruppe gebastelt als von jemandem, der sich als professionell anpreist.

Ach, laß es gut sein, höre ich die Einwände. Das ist doch alles nur ein bißchen Werbesprache. Ein Marketingblabla. Reg dich nicht auf. Ich will mich aber aufregen. Wenn zu hören ist, ein Politiker hätte dies oder das unprofessionell gesagt, gedacht, getan, was ist dann davon zu halten? Hat er sich schlecht verkauft oder Dummheiten gemacht oder beides?

Nach einem Unglück hörte ich, daß sich Trauerbegleiter sehr professionell verhalten hätten. Das möchte ich nicht kommentieren. – Die Steigerung von dem professionellen Verhalten der Trauerbegleiter vernahm ich kürzlich, als ein Angebot zur professionellen Trauerarbeit in selbstredend professionellen Räumlichkeiten unterbreitet wurde. Pfui, da bleibt einem die Spucke weg.

Das Wort ist wie eine Sintflut über uns hereingebrochen. Ich tröste mich mit der Erkenntnis, daß die Arche von ungelernten Leuten erbaut wurde, die Titanic von professionellen Schiffsbauern.

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17. November 2010 | Dachbodenfund

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