Differentialdiagnostisch geht es darum, ob der Patient Symptome einer Infektion mit Clostridium tetani aufweist (infolge Muskelkrampfes, der durch Bakterien hervorgerufen wurde, können sich die Gesichtsmuskel nicht mehr entkrampfen und zeigen ein hämisches Dauergrinsen) oder lacht der Patient zynisch, sardonisch oder sarkastisch.

Sardonisches Lachen könnte wiederum differenziert werden als entweder das grimmige Hohngelächter eines zornigen Patienten über den eigenen Schaden, den eigenen Schmerz oder aber als Wirkung einer bitteren Pflanze (Sardonia) aus Sardinien (schon bei Homer und Vergil erwähnt).

Ist das schon passend für den Patienten Dr. House samt seinen Zimmerkollegen Stromberg und Schmidt? Schmidt bestreitet, daß er vom Zynismus befallen sei; er heiße nicht Augstein. Er lebe auch nicht wie Diogenes in der Tonne und höchstens pflege er eine Form der Zivilisationskritik an seinem Publikum, die genau dieses Publikum ergötze. So behauptet er sich selbst angesichts der scheinbaren Sinnlosigkeit um ihn herum. Strombergs Erfinder könnten Sarkasten sein, denn der beißende Spott, der ihnen für ihre Figur nicht gelingt, könnte eine Reaktion auf eine eigene Verletzung sein, aber wollen sie mit Strombeg tatsächlich jemanden ernsthaft verletzten?

Ist Dr. House Sardonist, dem das Lachen in der Kehle steckenbleibt, während er über Kollegen und Patienten gleichermaßen seinen grimmigen Spott hämisch ausgießt? Weder Kollegen noch Patienten reagieren dauerhaft verstört oder tief verletzt durch ihn. Sind alle dauerhaft deformiert? Gehört die Verletzung aller Werte zum Grinsen der Neuzeit?

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1. April 2011 | Fernsehen

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