Rollstuhlbasketball – Eurobasketball 2007

1. September 2007

Hallo liebe Leser!

Ich melde mich von meiner “Dienstreise” wohlbehalten und ausgeschlafen zurück. Ich danke als erstes old man für das nette Blogsitting, was wunderbar geklappt hat.

Meine Dienstreise war ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde, denn es ging zu einem Sport, den ich bisher nur vom Hören-Sagen kannte. Als Zivildienstleistender wurde ich mitgenommen auf einen Ausflug nach Wetzlar, den Austragungsort der diesjährigen Europameisterschaft im Rollstuhlbasketball.

2006 gab es eine riesen Euphorie zur Fußballweltmeisterschaft. 2007 sah es bei der Handball WM auch nicht anders aus.

Die Basketball EM beginnt in wenigen Tagen und es wird ebenfalls jeden Tag darüber berichtet werden.

Aber es läuft zur Zeit in Wetzlar noch eine Europameisterschaft und zwar im Rollstuhlbasketball.

Dieser Sportart schenkt man aber nicht viel Aufmerksamkeit in TV oder Zeitungen. Vielleicht aus dem Grunde weil man denkt, dass dies doch sehr langweilig sei und doch keinen interessieren würde. “Die legen sich den Ball auf den Schoss rollen unter den Korb und werfen”, könnte man sagen.

Ganz so einfach ist das nicht und so desinteressiert sollte man dieser Sportart auf keinen Fall gegenüberstehen. Wer ein schon einmal ein Basketballspiel gesehen hat weiß, wie schnell der Sport ist und wie viel Technik ein Spieler beherrschen muss, um perfekt spielen zu können.



Die Menschen im Rollstuhl beherrschen diese Technik ebenfalls und die Spiele, die ich am Donnerstag gesehen habe waren die tempo- und actionreichsten Basketballspiele in der letzten Zeit. Rollstuhlbasketball ist eine faszinierende und rasante Sportart.

Wir haben am Abend ein Spiel der deutschen Herrenmannschaft gegen die Niederlande gesehen. Abgesehen davon, dass das Aufeinandertreffen dieser Gegner immer große Emotionen hervorruft, hat das Spiel Menschen in den Bann gezogen und sie von den Stühlen gerissen, die weder mit den Regeln des Basketballs vertraut waren, noch jemals ein Profispiel gesehen haben.

Die Zweikämpfe waren verbissen und wurden so intensiv geführt, dass es oft jemand im Rolli umkippte. Dann zeigte sich noch eine schöne Seite des Sports. Das Spiel wurde unterbrochen und Spieler der eigenen aber auch gegnerischen Mannschaft versuchten zu helfen.

Die Regeln sind dieselben wie bei den Läufern auch. Es wird auf einen Korb in 3,05 Meter Höhe gespielt, man darf nur zwei Schübe am Rolli machen ohne zu dribbeln und auf das Abdrängen und wegstoßen des gegnerischen Rollstuhls wird mit Freiwurf geahndet.

Zusätzlich kommen weitere Regeln dazu. Interessant ist es, dass auch Menschen mitspielen, die laufen können. Diese bekommen dann eine hohe Punktzahl (4.5), weil sie sehr beweglich sind und meist größer als die Anderen. Die Punktzahl geht bis 1 für schwere Behinderungen. Ein Trainer darf insgesamt nur 14 Punkte auf dem Feld haben, um eben nicht 5 Läufer einzusetzen.

Das Spiel gegen die Niederlande hat die deutsche Mannschaft gewonnen und ist in das Halbfinale eingezogen. Dort war leider Endstation gegen England, so dass es nun gegen Israel um Platz 3 geht. Die Damen stehen im Finale der Niederlande gegenüber, gegen die sie am Donnerstag schon mit 20 Punkten Vorsprung gewannen.

Jedem dem sich einmal die Gelegenheit bietet diese Sportart kennen zu lernen, sollte sie ergreifen. Heute Abend kommt im Sportstudio ab 22 Uhr auch etwas im ZDF darüber.

Leider sind Videos mit dem Handy nicht so gut geworden, wie ich gedacht habe. Dafür gibt es eine schöne Galerie auf der offiziellen Seite.

¬ geschrieben von Benedikt in Sport / Fußball

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2 Kommentare zu ‘Rollstuhlbasketball – Eurobasketball 2007’

  1. Jeriko sagte am 1. September 2007 um 21:41 Uhr:

    Eine alte Schulfreundin von mir hat da mitgespielt ;-)

  2. old man sagte am 1. September 2007 um 21:59 Uhr:

    Schöner Bericht über eine spannende Sportart!

    -und gut, dass du wieder da bist ;-)

    Stabübergabe geglückt.

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