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„Der Jüngling lag unruhig auf seinem Lager, und gedachte des Fremden und seiner Erzählungen. ‚Nicht die Schätze sind es, die ein unaussprechliches Verlangen in mir geweckt haben’, sagte er zu sich selbst, ‚fernab liegt mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn’ ich mich zu erblicken. Sie liegt mir unaufhörlich im Sinn.’“

Wie kann, so fragt uns Frau Anna Pferr schriftlich, wie kann die blaue Blume der Romantik in heutiger Zeit wieder blühen? Können Sie Novalis nicht vereinfachen? Nun, geschult durch die Satzbauanstrengungen in den Nachrichtensendungen machten wir uns flink ans Werk, denn da hat Frau Anna Pferr ja vollkommen recht: Bildung muß verständlich für alle und für jeden werden und sein. Also übersetzen wir:

Der Mann. Er war jung. Er lag im Bett. Er dachte. Er dachte an den fremden Mann. Der hatte erzählt.
Die Blume. Sie war blau.
Der Mann. Er war jung. Er wollte die Blume. Sie war blau. Er wollte sie. Immer.

Belasten wir uns nicht mit kompliziertem Satzbau. Sätze mit mehr als fünf Wörtern versteht kein moderner Mensch mehr. Schlicht und einfach muß geredet werden. Dann wird alles einleuchtend und verständlich. Stellen Sie das Subjekt des Satzes im Nominativ (1. Fall) voran. Dann machen Sie einen Punkt. Jetzt schließen Sie mit einem Personalpronomen (Fürwort) an. Es muß zum Nominativ gut passen. Beispiel:

Der Bundespräsident. Er redet gut. (FALSCH: Der Bundespräsident redet gut.)

Die Herausstellung macht alle aufmerksam. Der Folgesatz wiederholt die Person. So prägt sich alles besser ein. Dann folgt, was das Subjekt tut. So ist es richtig. Bei täglicher Übung wird es immer besser gelingen. Testreihen im Kindergarten haben ergeben: Die Kinder lieben diese Stammelsätze. Sie sprechen auch gerne so.

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29. März 2011 | Allgemein

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