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Mitten in der Nacht („Nacht muß es sein, daß meine Sterne glänzen.“) fiel mir ein, wie ich zwei Forschungsfreisemester nutzen kann. Eng umgrenzt mit lokalem Bezug (Drittmittelzufluß durch lokale Sponsoren) soll das Sonderforschungsgebiet sein, interdisziplinär muß es unbedingt sein. Die Namensfindung muß bereits Medientauglichkeit beweisen, denn was nützt die Elfenbeintürmerei, wenn kein Hahn nach ihr kräht. So fiel mir ein –mal salopp in die akademische Kladde -, daß der Humor in Westfalen ein weites Feld ist. Über den Modulaufbau kann der Fachbereich nachdenken. Zunächst einmal noch deutlich unsortiert die möglichen Akzente von der Vorlesung bis zum Habilitandenkolloquium, vom Seminar bis zum Doktorandenprivatissimum thematisiert.

Der trockene Humor der Westfalen – rhetorisches Mittel oder Contradictio in adiecto?
Humor und Entmündigung – Gisbert Freiherr von Romberg als forensisches Problem
Voltaires Candide – dekonstruktivistische Utopie?
Das Täuferreich – Bernhard Knipperdollincks Erschaffung des Paradieses
Landois und der Affe Lehmann – zur Korrelation von Witz und Alkoholhepatitis
Heinrich Heines sentimentale Eichen – Verwurzelung im Prämodernismus
Peter Hille und Prometheus – vom Kaukasus in die Baumberge
Taugenichts im Pfaffenland – Marschall Blüchers militärische Lage
Das Feststehende bei Droste-Hülshoff – vom vierfachen Schriftsinn
Widukind oder Armin – vorkapitalistische Rebellen gegen Fremdherrscher
Königreich Westfalen – Napoleon und der Tilsiter Käse

Anfänge sind gemacht. Prolegomena zu einer jeden zukünftigen Humortheorie, die als westfälische Wissenschaft wird auftreten können. Weitere Themen und Geistesblitze ohne jede Scheu bitte an mich unverzüglich schreiben. Referate, Semester- und Hausarbeitenthemen können ab sofort mit mir vereinbart werden.

10. Januar 2010 | Dachbodenfund

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