Sinnhaftigkeit der Social Bookmarking-Dienste

1. Dezember 2007

3 Kommentare

Jeder Web 2.0 erprobte Nutzer des Internets hat schon einmal etwas von Digg, Yigg, del.icio.us, Mr. Wong & Co gehört.

Es sind die so genannten Social Bookmarking-Dienste, welche das Teilen der Lieblinks mit anderen Webusern ermöglichen.

Das Prinzip dieser Seiten ist immer gleich. Nach der Anmeldung hat man sein eigenen Profil und man kann Seiten, die man für interessant hält dort veröffentlichen. Diesen Link zur Seite wird dann mit allen anderen Mitgliedern geteilt. Auf einigen Plattformen ist es möglich diese Links dann auch noch zu bewerten und wenn sie von der breiten Masse als besonders wichtig angesehen werden, landet diese Seite auf der Startseite.

In einem Beitrag von Robert Basic ging es primär darum, warum Blogger und andere Seitenbetreiber keine Buttons dieser Seiten einbauen, um dem Leser die Chance zu geben schnell und bequem bei seinem Lieblingsdienst die Seite zu bookmarken.

Dazu schreibt er vollkommen richtig:

„Eigentlich ganz easy, ein del.icio.us-User braucht keinen Button, der hat seinen eigenen Bookmarking-Weg. Ebenso ein Digg/Yigg/Wong-User. „

Durch diesen Beitrag angeregt stellt sich bei mir einmal mehr die Frage: Sind diese ganzen Dienste eigentlich sinnvoll?

Wenn eine Seite, ein Beitrag, oder ein Artikel interessant ist speicher ich ihn doch bequem in meinem persönlichen Lesezeichen des Browsers ab, um später auf ihn zugreifen zu können.

Ordnerstruktur und Schnellstartleisten machen die Bedienung sehr einfach und komfortabel. Wieso also den Umweg über eine Internetseite?

Es geht nicht schneller und es ist wesentlich unübersichtlicher, auch wenn man seine Tags akribisch setzt und alles versucht zu sortieren.

Der Vorteil soll dann wohl bei dem social liegen. Jeder darf meine Bookmarks sehen und mit benutzen. Zu Privates kann man dann verstecken.

Angemeldet bin ich bei einigen dieser Dienste. Jedoch muss ich sagen, dass ich noch nie die Bookmarks der Leute durch gegangen bin, auf der Suche nach tollen Seiten, Beiträgen oder Sonstigem. Mich würde mal interessieren, ob das überhaupt schon jemand mal gemacht hat? Ich möchte eigentlich auch gar nicht wissen, was Erna aus Timbuktu heute wieder Neues gelesen hat. Oder guckt man nur in den Lesezeichen seiner Freunde rein? Dann könnte man auch eben per Messenger den Link schicken, falls er so interessant ist, oder eben darüber bloggen.

Dazu gibt es dann yigg, digg etc., wo ab und zu ganz nette Links auf der Startseite zu finden sind. Doch bei diesen System gibt es zu viele schwarze Schafe, die nur ihren SEO-Kram im Kopf haben und diese Technik zweckentfremden.

Außerdem finde ich die dort ausgestellten Seiten auch in einigen Blogs wieder, die es nicht via Digg haben, wie man jetzt denken könnte.

Als Blogger kann ich sagen, dass ich alle wichtigen und lesenswerten Beiträge, die ich finde verlinke und in meinem Blog vorstelle. Also denke ich, dass das „sharen“ von Links durch die Blogs hindurch viel besser und schneller klappt und dazu noch viel sozialer ist. Die Klage über zu wenig Linklove ist doch überall zu hören. Also nicht mehr social-bookmarken, sondern social-from-blog-to-blog-linking.

¬ geschrieben von Benedikt in Internet