Sinnhaftigkeit der Social Bookmarking-Dienste

8. Dezember 2007

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Jeder Web 2.0 erprobte Nutzer des Internets hat schon einmal etwas von Digg, Yigg, del.icio.us, Mr. Wong & Co gehört.

Es sind die so genannten Social Bookmarking-Dienste, welche das Teilen der Lieblinks mit anderen Webusern ermöglichen.

Das Prinzip dieser Seiten ist immer gleich. Nach der Anmeldung hat man sein eigenen Profil und man kann Seiten, die man für interessant hält dort veröffentlichen. Diesen Link zur Seite wird dann mit allen anderen Mitgliedern geteilt. Auf einigen Plattformen ist es möglich diese Links dann auch noch zu bewerten und wenn sie von der breiten Masse als besonders wichtig angesehen werden, landet diese Seite auf der Startseite.

In einem Beitrag von Robert Basic ging es primär darum, warum Blogger und andere Seitenbetreiber keine Buttons dieser Seiten einbauen, um dem Leser die Chance zu geben schnell und bequem bei seinem Lieblingsdienst die Seite zu bookmarken.

Dazu schreibt er vollkommen richtig:

„Eigentlich ganz easy, ein del.icio.us-User braucht keinen Button, der hat seinen eigenen Bookmarking-Weg. Ebenso ein Digg/Yigg/Wong-User. „

Durch diesen Beitrag angeregt stellt sich bei mir einmal mehr die Frage: Sind diese ganzen Dienste eigentlich sinnvoll?

Wenn eine Seite, ein Beitrag, oder ein Artikel interessant ist speicher ich ihn doch bequem in meinem persönlichen Lesezeichen des Browsers ab, um später auf ihn zugreifen zu können.

Ordnerstruktur und Schnellstartleisten machen die Bedienung sehr einfach und komfortabel. Wieso also den Umweg über eine Internetseite?

Es geht nicht schneller und es ist wesentlich unübersichtlicher, auch wenn man seine Tags akribisch setzt und alles versucht zu sortieren.

Der Vorteil soll dann wohl bei dem social liegen. Jeder darf meine Bookmarks sehen und mit benutzen. Zu Privates kann man dann verstecken.

Angemeldet bin ich bei einigen dieser Dienste. Jedoch muss ich sagen, dass ich noch nie die Bookmarks der Leute durch gegangen bin, auf der Suche nach tollen Seiten, Beiträgen oder Sonstigem. Mich würde mal interessieren, ob das überhaupt schon jemand mal gemacht hat? Ich möchte eigentlich auch gar nicht wissen, was Erna aus Timbuktu heute wieder Neues gelesen hat. Oder guckt man nur in den Lesezeichen seiner Freunde rein? Dann könnte man auch eben per Messenger den Link schicken, falls er so interessant ist, oder eben darüber bloggen.

Dazu gibt es dann yigg, digg etc., wo ab und zu ganz nette Links auf der Startseite zu finden sind. Doch bei diesen System gibt es zu viele schwarze Schafe, die nur ihren SEO-Kram im Kopf haben und diese Technik zweckentfremden.

Außerdem finde ich die dort ausgestellten Seiten auch in einigen Blogs wieder, die es nicht via Digg haben, wie man jetzt denken könnte.

Als Blogger kann ich sagen, dass ich alle wichtigen und lesenswerten Beiträge, die ich finde verlinke und in meinem Blog vorstelle. Also denke ich, dass das „sharen“ von Links durch die Blogs hindurch viel besser und schneller klappt und dazu noch viel sozialer ist.

¬ geschrieben von Benedikt in Internet

BILDBlog – und weiter?

3. Oktober 2007

14 Kommentare

Seit einigen Wochen und Monaten zermartere ich mir mein Hirn über das BILDBlog. Dieses Weblog ist von Stefan Niggemeier ins Leben und Internet gerufen worden, um „kritische Notizen über eine große deutsche Boulevardzeitung“ für die Leser bereit zu stellen.

Und das Konzept hat durchschlagenden Erfolg in allen Bereichen. Kaum einer hat dieses Weblog nicht in der Blogroll verlinkt und hat sich nicht positiv zu dem jüngsten TV-Werbespot geäußert. Muss auch so sein, angesichts der Tatsache, dass man hier von einem Preisträge des Grimme-Online-Awards spricht.

Mir stellt sich jedoch immer wieder die Frage, wieso man dieses Weblog wirklich intensiv verfolgen und lesen sollte.

Man kann grundsätzlich von zwei Parteien ausgehen. Einmal die begeisterten BILDLeser wovon es ca. 11,5 Mio. weltweit gibt und diejenigen, die die BILD aus verschiedenen Gründen nicht so gut finden und eine andere Tageszeitung bevorzugen.

Nun stellt man sich doch die Frage zu welcher Gruppe die Leser des BILDBlogs gehören. BILDLieber, oder BILDHasser? Wenn man sich über die Fehler der anderen freut und gerne liest, dass sich diese erfolgreiche Zeitung mal wieder einen Lapsus erlaubt hat liest man den BILDBlog, ohne jedoch den eigentlichen Artikel gelesen zu haben, weil man als Bblog Leser weiß, dass die BILD täglich Fehler macht.

Wenn man morgens die BILD liest und sich an den unglaublichen Geschehnissen erfreut, die diese Zeitung wieder ans Tageslicht gebracht hat, dann will man bestimmt nicht abends lesen, dass es doch alles falsch wahr und die Wahrheit ganz anders aussah.

In diesem gedanklichen Dilemma befindet sich nun jeder, der verstehen will, warum der BILDBlog so gerne gelesen wird und so erfolgreich damit ist, irgendwelche Lappalien aufzudecken. Denn es ist ja im Allgemeinen bekannt, dass diese große Zeitung öfter mal einen Fehler macht.

Der Gedanke zu zeigen, dass die BILD Fehler macht, ist ja eigentlich nicht verkehrt, doch wenn ich drei Korrekturen auf dem BILDBlog gelesen habe, bin ich zufrieden und kann mich in meiner Meinung bestätigt sehen. Also warum jeden Tag wieder Fehler aufdecken? Warum meine volle Arbeitskraft in ein Projekt stecken, dass sich eigentlich täglich wiederholt?

Man könnte rufen: „Weil es Spaß macht!“. Darauf frage ich mich aber wieder: „Wie kann einem das Lesen einer Zeitung Spaß bereiten, obwohl man diese Zeitung am liebsten verbannen würde?“. Oder ist es einfach ein Job, eine Arbeit die man täglich macht?

Den ganzen Beitrag lesen.

¬ geschrieben von Benedikt in Gedanken